MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 14 - die Grenze naht

Die Nacht war ruhig...lt. GPS-Daten und den spärlichen Infos aus der Karte dürften wir noch ca. 150 km von dem mongolisch-russischen Grenzübergang entfernt sein. Nur, 150 km können in der Mongolei eine Tagesreise sein wenn alles klappt oder auch ne halbe Woche in Anspruch nehmen. Mir kamen die Worte des Portugiesen wieder in den Sinn den wir vor ein paar Tagen mit seinem Motorrad in den Bergen getroffen haben: wenn wir zur Grenze wollen müssen wir ein paar Flüsse durchqueren, die es in sich haben :shock: Da wir bisher davon noch nichts gesehen haben könnte es aber heute...wir werden sehen.

Der Tag wird anstrengend. Jede freie Minute wird genutzt um seinen Akku wieder aufzuladen:
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Meine 3 Kollegen im "Badezimmer" :lol:
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"On the Road to Russia"...
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Wellblechpisten vom allerfeinsten :|
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wieder ging es durch ein Gebirge, im Hintergrund die schneebedeckten Bergspitzen. Eine Traumhafte Kulisse:
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Nach ein paar Stunden des Fahrens hatte ich das schon mit den Flüssen wieder fast vergessen. Da hörte die Straße auf einmal auf uns es wurde nass :o
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Ich beschloss für mich, dass wir jetzt ein ernstes Problem hatten. Reinhard, der von seiner Island-Reise durchaus schon Erfahrungen mit solchen "Problemen" hatte, wusste was zu tun ist: Gepäck runter, Stiefel und Hosen aus und ausschwärmen um eine durchfahrbare Spur im Fluss zu finden...gesagt, getan!
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Während Martin mit seiner Mongo das Flussufer rauf fuhr um eine seichtere Stelle zu funden zögerte Reinhard nicht lange und fuhr einfach mal los. Da ich noch mitten im Fluss stand ahnte ich, dass es nicht mal so eben geht...
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Reinhard kam zwar ordentlich ins rudern, schaffte es aber dann doch mit laufendem Motor bis auf die andere Seite: Glück (oder Können? :mrgreen: ) gehabt!

Marin blieb verschwunden, Janni und ich wollten keinen Umfaller im Wasser riskieren und schoben unsere beiden Mongos mit vereinten Kräften durch den Fluss:
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Als wir die beiden Mongos drüben hatten ging es wieder zurück, noch 2 mal, um das ganze Gepäck zu holen. Wir waren anschließend fix & fertig!
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Zeit zum Ausruhen blieb aber nicht, da während der ganzen Aktion Millionen von Mücken uns terrorisierten, jeder Quadratzentimeter meiner Haut war mit Mückenstichen übersät, mein Gesicht sah aus wie ein Streuselkuchen...sowas brutales habe ich noch nie erlebt! Wir schmissen unser Gepäck auf die Innos und wollten los, da versanken wir fast im matschigen Boden. Martin kam mittlerweile auch angefahren, er hatte wohl auch riskiert an einer etwas seichteren Stelle mit Motorkraft durchzufahren, Respekt!

Jeder schlug mit seinen Armen um sich um die Biester loszuwerden, wir kamen nicht richtig weg weil wir noch im Sumpf waren. Ich konnte kaum was sehen, weil meine Brille außen schwarz voll Mücken war. Es war die Hölle! Durch den weichen Boden kamen wir auch nicht auf Tempo um die Mücken loszuwerden, dazu standen wir dann vor dem nächsten Fluss und das ganze Spiel begann von vorne...definitiv die anstrengendsten Stunden der bisherigen Reise!

Nachdem wir dann die Wasserdurchfahrten einigermaßen hinter uns lassen konnten war hofften wir bald irgendwie mal wieder auf eine einigermaßen zu befahrende Straße zu kommen. Doch die nächsten Stunden verlangen durch die extrem steinige Straße wieder gute Kondition von Mensch und Maschine:
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Mittlerweile führen wir durch schöne Täler, Strommasten deuteten auf bald kommende Zivilisation hin :P
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Endlich, wir sahen eine kleine Jurtensiedlung:
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Der Nachwuchs :lol:
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Die Fahrtag wurde immer länger, bald sollten wir in der Näher der Grenze sein:
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In einem Dorf, bestehend hauptsächlich aus einem Militärstützpunkt und einer verlassenen Fabrik, haben wir nochmal die Vorräte aufgefüllt und getankt:
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War die Verkäuferin nur müde oder gar stoned? :laugh2:

(ach so, es gab Tütensuppen zu kaufen :mrgreen: )
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Wir schafften es zum Einbruch der Dunkelheit bis ein paar Kilometer vor die Grenze. Morgen früh wollten wir dann zeitig los, ich ahnte bereits dass wir viel Zeit und gute Nerven dort brauchen werden. Ich war mittlerweile ziemlich durchgefroren, es war eisiger Wind dort oben und Martin gab wieder alles um die Tütensuppen zuzubereiten. Ich war völlig K.O. als ich im Zelt lag:
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Über 1.800 km härtester Piste lagen hinter uns, morgen sollten wir in Russland sein!

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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 15 - Grenzerfahrungen

Es war eine saukalte Nacht, man will morgens einfach nicht aus dem kuscheligen Schlafsack raus. Wir müssen trotzdem früh los, heute ist Samstag und wir haben keine Ahnung was uns am Grenzübergang erwartet. Ich habe einen Stapel Papiere von der Zollabfertigung in Ulan Bator im Gepäck, irgendwie muss und soll auf jedem der in mongolischer Sprache verfassten Dokumente der richtige Stempel drauf damit wir überhaupt eine Chance haben unsere Einfuhrsteuer irgendwann mal wiederzubekommen. Dazu wissen wir nur ungefähr die Öffnungszeiten an der Grenze und ob überhaupt weiter nach Russland abgefertigt wird.

Mit vielen Fragezeichen, aber wolkenlosem Himmel im Rücken starten wir das Abenteuer "Grenzübergang":
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Nach ein paar Kilometern sehen wir bereits die Schlange an der Grenze:
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Wir stellen uns erst einmal hinten an um vorsichtig die Lage zu checken
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Sofort sind wir umgeben vom üblichen Gesindel welches sich an den Grenzen immer rumtreibt. Wir sind die einzigen Europäer weit und breit, sonst nur Mongolen, Russen und Kasachen. Wir halten Mopeds und Gepäck genau im Auge und bekommen direkt Besuch von einer uniformierten Frau, vermutlich eine der Zöllnerinnen. Was sie genau von uns will konnte selbst Reinhard mit seinen Russisch-Kenntnissen nicht herausfinden. Wir vermuteten dass sie wissen wollte wieviele mongolische Tögrök wir noch haben und dass wir sie bei ihr umtauschen müssen. Jedenfalls hielt sie mir einen Taschenrechner unter die Nase wohl mit dem Wechselkurs. Da die ganzen Papiere auf meinen Namen liefen ging ich mit unserem restlichen mongolischen Scheinen mit ihr mit...aber nicht in die Zollbaracken sondern ca. 1 km entfernt bis zu ihr nach Hause :o Dort tauschten wir dann das Geld und es ging wieder zurück zur Grenze. Wahrscheinlich eine lukrative Art ihr spärliches Zöllnergehalt aufzubessern (der Kurs war aber voll OK wie wir später in Ruhe nachgerechnet haben).
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Ihr jetzt wohlgesonnen konnten wir dann aber direkt an der Pkw-Schlange vorbeifahren bis vor das Hauptgebäude. Was wir dann dort in den nächsten 7 Stunden in den dortigen Büros an Bürokratismus, Ignoranz, Lustlosigkeit, Schikane usw. erlebt haben würde hier genau zu beschreiben den Rahmen sprengen. Ich ging von einem Office zum nächsten, dann wieder draußen warten, dann tat es der Kopierer nicht, die Stempelfarbe war alle, es war gerade Mittagspause oder alle waren irgendwie überhaupt verschwunden usw. Dann wurde hier und da natürlich Bares als 'customs permit' verlangt, welches ohne Quittung und mit einem Lächeln in die Zöllner-Hosentasche landete. Da der Hauptzöllner selbst nach 4 Stunden immer noch nicht wusste was er mit uns anfangen sollte gab ich ihm den Tip mal bei der Spedition in Ulan Bator anzurufen, von dem dortigen Tünnes hatte ich per Zufall noch die Handynummer. Nur dummerweise war dort an der Grenze seit ein paar Stunden der einzige Mobilfunksender ausgefallen und Festnetztelefon gab es dort nicht. Ich saß echt Stunden neben dem Hauptmann dort in seinem Büro, immer schön lächeln und die Nerven behaltend. Ein Ende war noch nicht in Sicht... :evil:

Während ich in den Büros versuchte den Papierkram zu erledigen lernten draußen Janni, Martin und Reinhard 2 Teilnehmer der Mongol-Rallye kennen. Die Belgier waren mit einem alten Ford Transit unterwegs nach UB und warteten bereits einen ganzen Tag länger auf die Abfertigung. Sie hatten den Wagen voll mit gesammelten Hilfsgütern und Medikamenten als Spende, waren offiziell dort am Zoll angekündigt und die ließen die dort trotzdem einfach so mal 2 Tage (oder noch länger?) "schmoren". Es war echt unfassbar!
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Der nächste Schock kam als die Belgier uns sagten dass die Grenze nach Russland heute am Samstag um 18 Uhr schließt und dann erst wieder Montag morgen öffnet. Wir hatten also gute Chancen den ganzen Sonntag im Niemandsland zwischen den Grenzen verbringen zu müssen wenn hier nicht bald was passiert. Mittlerweile war ich mit einer Zöllenrin draußen bei den Mopeds, die Rahmen und Motornummern kontrollieren, ebenso zählte sie die Reservekanister und auch die Gummistrapse zum angurten wurden abgehakt. Es war 17 Uhr und innerlich kochte ich! :twisted:

Als ich endlich alle meine Stempel hatte war es 17.30 Uhr und in 30 Minuten sollte die Abfertigung nach Russland für 36 Stunden schließen...ich raffte alle meine Papiere zusammen und wir rannten aus dem Gebäude. Da wir keine Wasservorräte mehr hatten schenkten uns die Belgier noch einen vollen 5-Liter-Kanister für den Fall dass wir wirklich nicht mehr nach Russland reinkommen (und natürlich auch nicht mehr in die Mongolei zurück!), so hatten wir wenigstens etwas Wasser zum trinken.

Wir erfuhren dass die russische Grenze ca. 20 km entfernt ist und hatten da schon die Hoffnung auf eine Einreise heute aufgegeben, es war zeitlich einfach nicht mehr zu schaffen. Als wir dann an den ersten russischen Vorposten kamen wunderten wir uns dass dort noch jemand im Dienst war und er sich sichtlich freute uns zu sehen. Wir deuteten auf unsere Uhren und er grinste: es wäre doch gerade erst einmal 16 Uhr und die Grenze wäre noch 2 Stunden geöffnet :o :o :o

Wir hatten doch tatsächlich vergessen, dass wir mit dem Grenzübertritt auch eine Zeitzone von 2 Stunden überqueren, also die Uhren zurückgestellt werden :stirn:

Uns allen viel ein Stein vom Herzen und wir nahmen die dann folgenden 2 Stunden mit Papierkram an der russischen Grenze mit aller Gelassenheit hin. Nach über 10 Stunden an und zwischen den Grenzen waren wir endlich in

RUSSLAND!

Reinhard hatte noch ein paar Rubel und wir mussten auf das Ereignis erst einmal shoppen gehen, direkt in dem kleinen Grenzdorf 'Tashanta'. Das Angebot war schon mal deutlich größer als noch in der Mongolei :mrgreen:
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Wir suchten uns einen Platz zum Zelten, leider wieder mit Millionen von Mücken. Die magere Ausbeute heute: nur 56 km. Aber ein großes Ziel haben wir damit erreicht:

Wir haben die Mongolei durchquert!!!

:prost2:

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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 16 - wunderschöner Altai

Die erste Nacht auf Russlands Boden war sehr erholsam. Der Nervenkrieg gestern beim Grenzübergang hat Kraft gekostet. Wir hatten gestern Abend noch etwas auf unsere "Ankunft" in Russland angestoßen, die Erleichterung war allen anzumerken. Wir lagen zwar noch zeitlich einigermaßen im Plan, trotzdem wurde es jetzt auch mal endlich Zeit 'Kilometer zu machen'. Direkt hinter der Grenze fuhren wir auf Asphalt, und wir alle waren heiß drauf es mal wieder richtig laufen zu lassen. Über 2 Wochen waren wir jetzt mit der ultra-kurzen Übersetzung (55er Ritzel) unterwegs, sind trotzdem tagelang auf Schotter und im Tiefsand oft nicht aus dem 2. oder 3. Gang herausgekommen und abends stand nicht einmal ein 20er Schnitt auf dem Garmin. Das muss sich jetzt ändern, es war Zeit zum Umbauen angesagt... :mrgreen:

Um 5.00 Uhr sind wir aufgestanden, die Sonne stand schon überm Horizont, ein gründlicher Technik-Check inkl. Umritzelung stand an:
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Etwas Sorgen bereitete uns mittlerweile Jannis Kette ohne O-Ringe, der Verschleiß war jetzt schon deutlich zu sehen. Ersatz hatten wir nicht dabei, so ein Schaden konnte man nicht vorher sehen. Also wurde sie wieder aufgezogen mit der Hoffnung dass sie noch lange halten möge:
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Um 9.00. Uhr waren wir mit dem Umbau fertig, fuhren alle wieder 14-35 und ließen die Mongos bei strahlend blauem Himmel und 25 Grad mal so richtig marschieren. Eine traumhafte Landschaft erwartete uns, Berge, grüne Wiesen, Flüsse und topf-ebener Asphalt, man konnte meinen wir fuhren durch die Alpen...welch ein Gegensatz zur kargen Mongolei. Wir alle bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, einfach nur GEIL!! :P
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Und es gab Tankstellen, nicht nur eine, sondern zig rechts und links der Straße, und modern waren sie, nicht zum Kurbeln sondern voll elektrisch...wir realisierten langsam dass uns die Zivilisation wieder hatte :lol: Ca. 40 Cent/Liter kostete der Sprit, ein wahres Paradies ;)
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Die Kanister wurden mit bestem russischem 95 befüllt, direkt dahinter gab es eine FRESSBUDE. Nach über 2 Wochen nur Tütensuppen, kaltem Dosenfleisch, trocken Brot und Wasser endlich wieder richtig was zu futtern? Wir waren im Paradies angekommen!
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Wir bestellten einmal die Karte rauf und runter, es gab Borschtsch, Gulasch mit Kartoffeln, Blinys, eiskalte Cola usw. und wir futterten wie der Scheunendrescher, so ausgehungert waren wir. Nach der rund einstündigen Fressorgie waren wir dermaßen abgefüttert dass wir praktisch aus der Bude rausgefallen sind :mrgreen: .Wohlgenährt ging es wieder auf die Piste durch herrliche Täler:
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Zeit für ein kurzes Verdauungs-Schläfchen 8-)
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Wir trafen dort auf ein junges holländisches Paar auf dem Weg nach Ulan Bator. Sie hatten 11 Monate frei und machten eine Weltreise auf ihren beiden F650 GS Twin. Wir waren so froh mal wieder ein paar Europäer zu treffen und tauschten natürlich unsere Erfahrungen aus. Leider mussten wir und sie dann auch weiter, sie wollten die Nordroute fahren so wie wir und erkundigten sich nach den Beschaffenheiten und ob die Flussdurchfahrten schwierig sind. Wir: "*hüstel*...och nööö, wenn wir dass mit unseren kleinen Mopeds geschafft haben dann packt ihr das mit den GSsen doch locker* flöööt*" und konnten uns ein Grinsen nicht verkneifen...Gute Fahrt weiter durch die Mongolei :thumbup:
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Weiter ging die Reise, beim nächsten Kanister-Stop bekamen wir Besuch von 2 Russen, die ich glaube auf dem Weg ans schwarze Meer waren für ein paar Tage Urlaub. Einfach angehalten, mit Händen und Füssen small-talk gemacht, gelacht, sich gegenseitig auf die Schulter geklopft und gemerkt: man ist aus dem gleichen Holz geschnitzt. Sche..ß was auf Grenzen oder anderen Glauben, Spachen oder Kultur. Wir sind alles Motorradfahrer, egal woher wir kommen. Wäre doch auf der Welt alles nur so einfach... :up2:
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Noch ein weiterer Fahrer gesellte sich dazu, ihn haben wir mit seiner Varadero noch mehrmals an dem Tag gesehen...der war auch nicht schneller als wir :lol:
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Weiter ging die Fahrt, immer an einem Fluss entlang:
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Es war bereits am Nachmittag, für ein zünftiges Abendbrot musste jetzt erst mal eingekauft werden:
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Wie wir so da vor dem Laden standen kam ein uralter, klappriger Pkw vorgefahren (Martin weiß sicher noch die Marke, Moskwitsch oder so?). Drin ein Typ, granaten-voll, lallte vor sich hin und als er ausstieg konnte der sich kaum auf den Beinen halten, so stramm war der. Was haben wir gelacht...und der Opa auch! Martin musste direkt einmal probesitzen. :mrgreen:
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Modernstes Interieur:
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man beachte den 'Tank'
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Er schnorrte uns auf Wodka oder Bier an, aber wir meinten dass er wohl genug intus hatte...er torkelte dann wieder in sein Auto und eierte los. Echt, wir haben nur noch gestaunt!

Es war mittlerweile früher Abend und wir schlugen unsere Zelte direkt am Fluss auf. Nach 10 Tagen oder so ohne sich richtig waschen zu können war das eine Wohltat sich mal wieder zu baden, obwohl das Wasser natürlich soooo kalt war :lol: Wir konnten unsere Wäsche waschen und hatten alle irre Spaß.

Es war ein wahnsinnig toller Tag!
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Ein leckeres Essen und kühles Bier rundeten diesen schönen Tag ab...und 241 km hatten wir auch noch geschafft :P
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 17 - immer weiter Richtung Kasachstan

Heute war es angesagt Kilometer zu machen. Wir hatten zwar ein paar "Puffertage" einkalkuliert in dem wir keine oder kaum Kilometer machen können (Technik, Krankheit, Panne, Grenze usw.), aber nun wurde es Zeit mal der Heimat ein paar große Schritte näher zu kommen...die verspätete Abreise in Ulan Bator (1 Tag), Umweg zum Chöwsgöl Nuur Nationalpark (2 Tage) und dann den verlorenen Tag beim Grenzübertritt nach Russland haben schon ordentlich am Reserve-Zeitpolster gefressen. Und wir haben noch geschätzt 4/5 der Strecke vor uns, auf dem noch reichlich passieren kann.

Die Voraussetzungen heute waren perfekt, wir kamen früh aus den Federn und hatten schon morgens fast 30 Grad und strahlend blauen Himmel. Unsere grobe Richtung war Gorno-Altaisk, Barnaul weiter nach Pavlodar/Kasachstan. Etwas Bauchschmerzen hatten wir alle, weil wir noch ohne Motorradversicherung fuhren. Die kann und sollte man in Russland direkt nach der Einreise abschließen sonst hat man bei der mit Sicherheit irgendwann kommenden Polizeikontrolle ein ernsthaftes Problem. Nur direkt nach dem Grenzübertritt haben wir nichts dergleichen gesehen. Also Augen auf halten nach einer Versicherungsbude entlang des Weges...nur wie soll man die erkennen, wenn man die kyrillische Schrift nicht lesen kann? :mrgreen:

Los geht's, es ging oft mächtig der Berge rauf und runter, auf den Parkplätzen waren wir natürlich immer ein gerne gesehene Abwechslung und mussten wieder viele neugierige Fragen zu beantworten
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Perfekte Straßen in Russland, kaum Verkehr:
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Beim Tankstop hielt ein freundlicher Rollerfahrer an, natürlich ohne Helm 8-) und ein Nummernschild hielt er auch für überflüssig. Es entwickelte sich wieder ein nettes Gespräch, er konnte auch ein paar Brocken Englisch und war in der Nähe auf Urlaub. Er war richtig stolz, als wir ihn fragten ob wir ihn fotografieren dürfen. Natürlich hat er uns dann auch geknipst :P
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Schnapschüsse von unterwegs:
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Mittags kamen wir dann nach Gorno-Altaisk, eine schon recht große Stadt. Wir wollten endlich unsere Motorradversicherung lösen und irrten recht planlos zu viert durch die Straßen. Reinhard machte dann den Vorschlag dass er alleine besser suchen kann und wir sollten erst einmal auf ihn warten. So manches mal haben uns seine Russisch-Kenntnisse weitergeholfen, so auch in diesem Fall. Ein einheimische Motorradfahrer hat ihn dann zu einem Versicherungsbüro gelotst und dort konnte dann für die 4 Mongos die nötige Haftpflichtversicherung gelöst werden, die hat pro Moped 14 Euro gekostet, gültig für 1 Jahr :mrgreen:

Alles in allem hat die ganze Aktion 2 Stunden gebraucht, wir 3 haben in der Zwischenzeit...na ja, auf der Straße gesessen, rumgeblödelt und zu Fuss etwas die Gegend erkundet. Und natürlich ein paar kleine Snacks eingeworfen :lol:
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Jetzt wurde es aber wieder Zeit weiterzuziehen, es gab auch kurioses zu sehen:
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Heute im Angebot: Super für 38 ct./Liter 8-)
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Sofort volltanken!
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Wir konnten ordentlich Kilometer machen, als die Schatten immer länger wurden waren wir bereits in Barnaul. Zeit um einzukehren, die verlorenen Kilos aus der Mongolei mussten wieder drauf:
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Ich glaube, dass da war nur die Vorspeise :oops: :mrgreen: :mrgreen:
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Es war schon fast Dunkel, als wir mit dem Essen fertig waren. Zu spät um noch ein ruhiges Plätzchen außerhalb der Stadt zu finden. Notgedrungen mussten wir auf einem kleinen Rumpelacker direkt neben der Hauptstraße zelten, wieder umgeben von Millionen Mücken. Ein gemütliches Ausklingen lassen des Tages vor dem Zelt war unmöglich, schade.

Ich war ziemlich K.O. als ich endlich im Schlafsack lag. Immerhin haben wir heute 525 Kilometer geschafft!

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Tag 18 - Russland, Teil 1 erledigt

Bereits um 6 Uhr saßen wir alle wieder auf unseren Mopeds, zwar noch ohne Frühstück dafür aber mit dem Ziel es heute vielleicht noch bis nach Kasachstan zu schaffen, im Idealfall sogar noch bis nach Pawlodar. Seitdem wir die Mongolei verlassen haben wird nicht mehr selbst gekocht, es ist einfach zu zeitaufwendig und für ein paar Rubel entlang der Straße zu essen hat auch was zünftiges...bei dem ersten Kanister-Stop hauten wir uns also den Bauch voll mit Kaffee und Blinys, einer Art Eierkuchen, die es in zig Varianten quasi an jeder Ecke zu kaufen gibt. Für so ein kalorienreiches Frühstück entlang der Straße zahlt man gerade mal umgerechnet einen Euro oder so :mrgreen:

Asphalt wechselte sich gelegentlich noch mir etwas loserem Untergrund ab, trotzdem kamen wir gut vorran:
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Wir fuhren auch mal kleinere Nebenstrecken, die Tankstellen dort waren nicht immer so modern :lol: Martin musste direkt die Ankunft des Tanklasters inkl. Befüllen der Tanks überwachen:
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Kerzengerade Straßen bis zum Horizont, kein Auto weit und breit:
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Gegen 15 Uhr kamen wir dann an den Grenzübergang nach Kasachstan. Das Fotografieren haben wir dann dort, wie bei eigentlich allen Grenzübergängen, besser sein gelassen. Der Übergang war für so eine kleine Straße recht groß, das Hauptgebäude sogar klimatisiert. Wir kamen direkt "dran", und obwohl man für Kasachstan seit Mitte 2015 kein Visum mehr benötigt dauerte der Papierkram doch aber über eine Stunde. Die Zöllner alle sehr nett und aus reiner Neugier standen dann gleich 3 Stück bei jedem Moped um zu gucken. Alles sehr entspannt, also kein Vergleich zur Grenze MN-RUS.

Direkt hinter der Grenze war dann auch eine Versicherungsbude in einem Wohnwagen. Da Kasachstan von unserer deutschen Haftpflicht nicht abgedeckt war haben wir hier wieder eine Kurzzeitversicherung abgeschlossen. Wieder nur für ein paar Euro, jeder musste einzeln in den Wohnwagen und einen Haufen wichtig aussehender Dokumente war anschließend unsere Beute :P

Draußen spielte uns ein super-freundliche Russe mit seinem Akkordeon ein Ständchen und ein paar russische Lieder, er konnte sogar etwas deutsch sprechen:
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Wir schafften es dann tatsächlich noch bis Pawlodar, für das Abendbrot wurde der Supermarkt in einer kargen Hochhaus-Siedlung gestürmt:
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Draußen wieder eine Menschenansammlung und viele Kinder, jeder fragte uns etwas, nur viel verstanden habe ich nicht. Egal, mit Händen und Füssen ging es dann schon und die Kinder haben gelacht:
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Auch hier wurde es schon fast zu spät, man kommt bei sowas einfach nicht immer schnell wieder weg. Im Halbdunkeln sucht wir wieder den Weg raus aus der Stadt Richtung Astana, an einen großen Kreisverkehr kamen wir in die falsche Spur und trotz Tips vom Straßenrand landeten wir in einem riesigen Industriegebiet. Direkt gegenüber einer Ölraffinerie war eine kleine Grünfläche mit hohem Gras und wieder: Millionen von Mücken. Jedes Fleckchen nackter Haut wurde sofort belagert, ich war dermaßen zerstochen dass ich nur noch ins Zelt wollte. das Aufbauen war die reinste Qual!

Reinhard kochte noch Tortellini in kompletter Motorradmontur:
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Die Mückenplage gestern abend und heute setzte mir echt zu und ich ließ das Essen ausfallen. Mein Garmin sagte mir 554 Kilometer.

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 19 - Astana, die Hauptstadt Kasachstans

Erst durch die Morgensonne kontern wir erkennen, welche "Idylle" wir uns als Zeltplatz ausgesucht haben :lol:
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Die Mücken waren immer noch unerträglich. Eines der wenigen Sachen, die mich richtig genervt haben. Daher aufrödeln schon in kompletter Montur und in Windeseile:
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Also raus aus dem Industriegebiet und dann erst einmal den Ausgang von Pawlodar finden. Wir irrten durch die Hochhaussiedlungen und waren recht planlos als ein Opa im Bademantel aus dem Wohnsilo kam, mit dem Handtuch unterm Arm wohl auf dem Weg zum Schwimmbad. Er hat sich sofort angeboten uns aus der Stadt zu lotsen und fuhr dann vor uns her bis zur Hauptstraße. Die uns überall entgegen gebrachte Freundlichkeit war echt irre, nur nette und hilfsbereite Menschen bisher. Das wird mir noch lange in Erinnerung bleiben...
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Als wir dann endlich aus der Stadt herausgefunden haben kamen wir dann in die wohl größte Straßen-Baustelle auf diesem Planeten. Unglaublich, gleichzeitig und parallel wurde auf ca. 400 km (!!) die Straße Richtung Astana erneuert. Tausende von Arbeitern mit ebenso vielen Baumaschinen, wir fuhren ca. 10 Stunden auf Schotter, durch Dreck und Staub und an Hunderten von Lkw vorbei. Alles sollte fertig werden, wenn 2017 in Astana die EXPO stattfindet. Wir waren so baff und stellten uns die Frage, ob bei dieser gigantischen Baustelle sämtliche in Asien vorhandenen Baumaschinen und Arbeiter eingesetzt wurden. Wahnsinn!
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Bei einem unserer Tankstops hielt ein freundlicher Kasache auf seiner Yamaha. Als er hörte dass wir in Astana halt machen wollen gab er uns einen Tip und die Adresse von einem preisgünstigen Hostel. Anscheined waren die Hotelpreise in der Stadt nicht für unseren Geldbeutel geeignet...Danke dafür!
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Nachdem wir stundenlang Staub und Dreck gefressen hatten kamen wir am späten Nachmittag endlich in der Hauptstadt Astana an :up2: Die Fahrt bis hierher war echt mega-anstrengend:
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Die Stadt an sich präsentierte sich vom allerfeinsten. Blitzsaubere Straßen, tolle Gebäude, moderne Hochhäuser und überall Blumen. Wir waren platt, sowas haben wir nicht erwartet.
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Die Aussicht, heute in einem festen Bett schlafen und nach 2,5 Wochen sich wieder duschen zu können trieb uns dazu jetzt "nur" noch eben das Hostel zu finden. Cooler Plan, aber ohne routing-fähigem GPS in dieser Großstadt nahezu ausgeschlossen. Wir warteten daher an einer großen Straße dass ein Taxi vorbeikommt um uns von diesem dann dahin führen zu lassen. Doch selbst das erwies sich als äußerst schwierig, wir haben echt sicher 30 Minuten gewartet und als endlich eines vorbeifuhr sind wir noch kilometerlang winkend hinter ihm her gefahren bis es endlich anhielt.

Als wir ihm den Zettel mit der Adresse zeigten schüttelte er nur mit dem Kopf, die Straße war ihm unbekannt. Na klasse! Es wird bald dunkel und wir haben keinen Plan wie wir zu dem Hostel kommen sollten. Da fiel uns ein, dass der Motorradfahrer sagte, das Hostel wäre ganz in der Nähe der amerikanischen Botschaft. Wenigstens die kannte der Taxifahrer und nach ca. 1/2 Stunde im Schlepptau kamen wir an der Botschaft an. Eine Dusche hatten wir echt nötig:
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Das Botschaftsgelände war riesig und zog sich über mehrere Straßen hin. Selbst jetzt das Hostel zu finden wäre mit planlos rumfahren nicht möglich gewesen. Aber als wir da so standen kam sofort ein paar Fußgänger auf uns zu und boten ihre Hilfe an. Sie kannten zwar auch nicht genau die Straße, aber fingen sofort an zu telefonieren und beschrieben uns dann den Weg dahin. Reinhard machte sich daher erst einmal alleine auf den Weg, wieder haben uns seine Russisch-Kenntnisse sehr weitergeholfen.

Wir warteten an der Botschaft und bekamen inzwischen Besuch von dem wohl einzigen Rollerfahrer in ganz Astana:
P8050806.jpg
Er schenkte uns ein paar Knabbereien, im Gegenzug erklärten wir ihm unsere Halbautomatik und führten ihm die Schaltung vor. Er verstand nicht unsere Sprache und wir nicht seine...trotzdem hatten wir viel Spaß zusammen und haben viel gelacht.

Kurze Zeit später kam Reinhard wieder mit der erfreulichen Nachricht dass Hostel gefunden zu haben. Nichts wie hin!!! Es war ein muslimisches Hostel, sichtlich um Ruhe uns Sauberkeit bemüht. Echt alles super nett dort und selbt Janni durfte als Frau dann doch in unserem Zimmer pennen.

Ein festes Dach überm Kopf, ein sauberes Bett, eine heiße Dusche und vor allem das wichtigste: WiFi :lol: ...wir fühlten uns wie im siebtem Himmel :mrgreen:
P8050807.jpg
Wir durften uns am Kühlschrank bedienen und mit den Resten aus unserem Proviant-Sack bekamen wir noch ein schönes Abendessen zusammen. Ein gelungener Tag mit 471 gefahrenen Kilometern. :P

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 20 - immer weiter nach Westen

Wir haben uns ein Frühstück im Hostel vorbestellt. Nach ruhiger Nacht, in der ich trotzdem relativ schlecht geschlafen habe, warteten wir recht lange auf unsere Eier und Würstchen. Normalerweise sind wir ja schon um 6.00 Uhr auf den Mopeds, jetzt saßen wir noch um 8.00 Uhr am Tisch beim Frühstück. Dementsprechend spät kamen wir dann dort natürlich auch los. Ich bin zwar nicht so ein Fan von Großstädten, trotzdem reizte mich die Stadt, gerade wegen der Sauberkeit und den neuen Gebäuden. Da wir eh noch Geld tauschen wollten ging es also erst einmal in Richtung Stadtmitte. Von weitem konnten wir schon den Bajterek-Turm sehen, natürlich die erste Anlaufstelle für ein paar Erinnerungsfotos:
P8060816.jpg
Von dort konnte man auch schön den Ak-Orda-Palast sehen, den Sitz des Präsidenten. Sehr imposant die ganzen Gebäude:
bis 06.08..2015 447.jpg
Überall standen brand-neue Bankenpaläste:
P8060829.jpg
Hinter den Kulissen dann natürlich auch normale Hochhäuser für die arbeitende Bevölkerung:
P8060830.jpg
Es hätte sicher noch einen ganzen Tag gebraucht um die Stadt mal besser kennenzulernen, wir waren aber eh schon spät dran und wollten endlich wieder Kilometer machen. Also kurz eben in eine der Hunderte von Banken rein, Geld gewechselt und dann möglichst zügig raus aus der Stadt. Astana hat mich etwas an Monte Carlo erinnert, da lag auch nicht mal 'ne Zigarettenkippe auf der Straße, so sauber war dort alles und voll mit Blumen.

Um 10 Uhr waren wir dann endlich aus der Stadt, die übrigens nach Ulan Bator die zweit-kälteste Hauptstadt der Welt ist. Bei unserem Besuch dort war davon zum Glück nichts zu merken, die Sonne brannte vom Himmel:
CIMG3242.jpg
Zum Glück blieben wir von größeren Offroad-Etappen verschont, den ganzen Tag fuhren wir auf perfektem Asphalt und kamen gut voran. Die Tankpausen dauerten oft nicht mal 5 Minuten, mittlerweile haben wir darin viel Übung :mrgreen:
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"hmmm...rechts ab oder links???" :lol:
bis 06.08..2015 467.jpg
Perfekte Straßen machten das Fahren zur reinen Freude:
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Einer dieser typischen Parkplätze dort, gleich mit Rampe um am Unterboden zu reparieren. Manch einer nutzte das auch wohl um dort sein Öl zu wechseln, welches natürlich einfach so auf den Boden abgelassen wird:
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Es wurde ein langer Fahrtag, Zeit um mal wieder was richtiges zu essen, wieder für lächerlich wenig Geld entlang der Straße. Sehr gesund und kalorienreich 8-)
P8060837.jpg
Man sieht es, es schmeckt:
P8060838.jpg
Wir fuhren bis zum Sonnenuntergang und konnten so noch die 500 km gut voll machen. Also dann einfach rechts die Straße runter und das Zelt aufgebaut, alles easy und ganz unkompliziert dort:
P8060844.jpg
Die Sonne geht unter über der kasachischen Steppe:
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 21 - kaltes Kasachstan

Nach einer unruhigen Nacht begrüßt uns der Morgen mit Nieselregen, eisigem Wind und gefühlt höchstens 10 Grad. Die Worte eines guten Bekannten, als er hörte dass wir sein Heimatland durchqueren, waren: "nichts ist heißer als Kasachstan im August" kommen mir jetzt wie Hohn vor. Wir sitzen bereits seit 7.00 Uhr auf den Mopeds und wollen den guten Schnitt der letzten Fahrtage halten. Ich ziehe praktisch alles an was meine Tasche so hergibt, trotz 5 Lagen oben und 3 Lagen unten friere ich nach 1 Stunde Fahrt erbärmlich. Um 9.00 Uhr kehren wir in eine Fernfahrerbude ein und genießen ein deftiges Frühstück, ein schwacher Trost bei den Temperaturen draußen:
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Das Fahren danach fällt dann schon etwas leichter. Der starke Gegenwind läßt uns kaum auf 60 km/h kommen und die Kilometer fließen nur zäh wie Honig. Gegen Mittag durchqueren wir eine größere Stadt und verfahren uns auf der Suche nach der Hauptstraße. Als wir mit der Straßenkarte am Straßenrand stehen halten sofort zwei Pkw und bieten uns ihre Hilfe an: "I'll show you, please follow me...!" und schon rauscht der X5 vor uns her und zeigt uns den Weg durch die Stadt zurück zur Schnellstraße. Wir winken ihm hinterher als er dann kurz die Scheibe runterläßt und uns noch kurz grüßt bevor er wieder im Verkehrsgetümmel entschwindet... :P

Das Wetter bleibt wechselhaft, den ganzen Tag behalte ich meine Regensachen an:
CIMG3250.jpg
Nach über 400km auf Asphalt verläßt uns das Glück und wir kommen an eine riesige Baustelle die wir auf 50km übelster Offroad-Piste passieren müssen...die Mongolei läßt grüßen :?
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bis 06.08..2015 470.jpg
Wieder fahren wir bis zum Einbruch der Dunkelheit, nach ca. 15 Stunden "on the road" zeigt mir mein Garmin 515 Kilometer an. In Anbetracht der schlechten Witterung und heftigem Gegenwind ganz OK. Ich bin ziemlich platt und hoffe in meinem Daunenschlafsack gleich etwas aufzutauen.

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 22 - Kasachstan ist riesig

Heute ist Samstag. Beim wach werden im Schlafsack realisiere ich, dass wir jetzt bereits 3 Wochen unterwegs sind. Wir liegen gut in der Zeit, trotz der "Umwege" und Verzögerungen beim Zoll. Aber keinen Grund jetzt langsam zu machen, dafür ist der Weg nach Hause noch zu weit. Ein kurzer Blick auf die Karte sagt uns dass wir Kasachstan noch nicht einmal zur Hälfte durchquert haben, also heißt es heute wieder Fahren bis zum Sonnenuntergang.

Wir sind wieder früh unterwegs, es ist sonnig und kühl. Auch wenn der Himmel blau ist ziehe ich meine Regenhose über und hoffe so nicht allzu sehr auszukühlen:
P8080861.jpg
Wir fahren fast 200 km und frühstücken dann unterwegs. Die Auswahl in den Trucker-Futterkrippen ist sehr dürftig, aber das Essen ist reichhaltig, es geht schnell, macht satt und ist billig. Jeder von uns isst 4-6 Spiegeleier und gebratenen Speck, Brot und reichlich Kaffee dabei. Das bringt einen dann wieder nach vorne für die nächsten Stunden :mrgreen:

Es herrscht wieder starker Gegenwind und das Fahren ist anstrengend. Die Straßen sind heute top und es ist kaum Verkehr. Die Pinkel- und Tankpausen dauern maximal 5 Minuten, wir haben darin jetzt viel Übung:
P8080868.jpg
Ziel für heute ist es, die Stadt Aqtöbe hinter uns zu lassen.
P8080869.jpg
Unterwegs noch schnell einkaufen, der übliche Süßkrams. Ich befürchte, bald an Vitamin-, Eisen-, Calcium- und Magnesiummangel einzugehen... :lol:
P8080863.jpg
Gegen 17 Uhr schaffen wir es in Aqtöbe zu sein und durchqueren problemlos die Stadt. Beim anschließenden Tankstop bekommen wir es mit einem unfreundlichen und bewaffneten Wachmann an der Tankstelle zu tun. Jener verhindert wild gestikulierend, dass wir unsere Kanister befüllen. Er behauptete, in Kasachstan wäre sowas verboten und nur in den Fahrzeugtank darf getankt werden. Wir sind irritiert und etwas ratlos denn von einem Kanistertankverbot haben wir bisher nichts mitbekommen. Wir haben auch nur noch ca. 10 Liter Reservesprit dabei und wissen nicht wann und wo die nächste Tankstelle kommt. Reinhard tauscht ein paar russische Flüche mit dem Kerl aus und rafft die immer noch leeren Kanister zusammen, ich hätte noch gerne wenigstens die Inno-Tanks befüllt aber in Anbetracht der immer aggressiveren Stimmung dort suchen wir alle gemeinsam schnell das Weite...der erste und einzige unfreundliche Mensch auf der ganzen Reise!

Zum Glück kam die nächste Tankstelle dann nach ca. 50km und wir konnten dort auch wieder problemlos die Kanister vollmachen. Wir fahren Kilometer um Kilometer parallel einer Eisenbahnlinie und die dort fahrenden Lok hält genau unsere Geschwindigkeit und hupt uns mit der lauten Tröte mehrmals zu. Alle in dem Zug schauen aus dem Fenster und winken uns zu. Bei wieder so vielen freundlichen Menschen ist der bräsige Wachmann von eben schnell vergessen.

Es dämmert bald und wir hauen uns nochmal so richtig den Bauch voll. Die Bedienung ist super nett und kommt extra noch mit raus und will Fotos machen, natürlich darf sie dann auch mit raus auf unser Gruppenbild:
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Bis um 21 Uhr reißen wir noch die Kilometer ab und schaffen so auch erstmalig die 600er-Marke, nach 631 Kilometern ist der Tag zuende und wir fallen müde ins Bett in den Schlafsack. :P

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 23 - bald am Kaspischen Meer?

Heute wird der erste so richtig heiße Fahrtag mit Temperaturen um 37 Grad. Tagesziel für heute ist Atyrau fast direkt am Kaspischen Meer gelegen.

Nach dem üblichen, schnellen Frühstück unterwegs gab es ein kulinarisches Highlight in der Vormittags-Sonne:
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Es schmeckte herrlich, aber wir hatten noch einen langen Weg vor uns. Also schnell herunter mit der Melone und weiter gehts...
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Jannis Mongo verlange uns mittlerweile mehr Aufmerksamkeit ab als uns lieb war. Der Motor nahm bei den heißen Temperaturen einen ordentlichen Schluck Öl, er tickerte lauter als die anderen Drei und vor allem die Kette machte Probleme und hatte sich ordentlich gelängt. Dazu kamen einige feste Kettenglieder. Ob das noch bis nach Hause hält? :shock:

An der nächsten Tankstelle lungerte ein einheimischer Mopedfahrer herum. Dem war wohl so fad, dass er uns die folgenden 100 Kilometer begleitete und uns mit seiner GoPro filmte. Wir dachten schon, der dreht nie um :mrgreen:
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Wir machten kaum Pausen, kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben wir noch kaltes Bier in einem kleinen Dorf ergattern können. Nach der Hitze am Tag eine Wohltat vor dem Zelt.
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Vor dem Zelt haben wir dann noch Jannis Kette in unserem Reserve-Motoröl ausgekocht. Ein Versuch, die festen Kettenglieder wieder los zu bekommen:
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Heute haben wir 666 Kilometer geschafft und uns ein paar Stunden Schlaf verdient:
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 24 - 2 x Kettenriß

Kurz nach Sonnenaufgang wurde die Kette wieder montiert. Nach dem Bad im heißen Öl war sie zwar wieder sauber, aber die festen Kettenglieder hatten sich kaum merklich gelöst...
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Nach nur 60 Kilometer Fahrt ist es dann passiert: Kette gerissen! Da wir ein paar Kilometer vorher an einen Truck-Stop vorbeigekommen sind wurden Reparaturversuche erst gar nicht am Straßenrand probiert sondern Martin schleppte Janni bis dahin zurück, zum Glück waren 2 Spanngurte mit an Bord:
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Es war zu früher Stunde schon extrem heiß, bis zu 42 Grad sollte es heute werden:
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Hinterm Haus an dem Lkw-Halt waren ein paar Arbeiter beschäftigt das Dach zu reparieren. Natürlich liehen sie uns ihre Flex um das verbogene Kettenglied sauber rauszutrennen:
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Reinhard schaffte es tatsächlich mit 2 weiteren Kettenschlössern und einem kurzen Kettenstück (die Verlängerung für das 55er Kettenrad in der Mongolei) Jannis Mongo wieder flott zu bekommen :up2: Alle haben sich tierisch mit uns gefreut dass wir wieder fahrbereit sind. Ein mulmiges Gefühl ob der provisorischen Reparatur blieb aber bei uns...
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Ein letzter Blick auf den Parkplatz zurück, es wurde Zeit um vorsichtig weiterzufahren. Wir ärgerten uns, nicht schon in der Mongolei nach einer Ersatzkette zu sucher. Aber hinterher ist man immer schlauer...
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Es war bald Mittag, die Hitze wurde immer unerträglicher. Durch die schweren Lkw gab es Spurrinnen in der Straße, locker 20-30cm tief. In der Mitte Schleifspuren, wo die Lkw-Achse den Asphalt berührt...Wahnsinn!
bis 06.08..2015 486.jpg
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Was wir geahnt aber nicht erhofft haben ist keine 50 Kilometer später eingetroffen, erneut ist die Kette gerissen, diesmal war sie aber irreparabel krumm und hatte sich ums Hinterrrad gewickelt, zum Glück konnte Janni die Inno noch abfangen und kam nicht zu Sturz:
CIMG3266.jpg
Jetzt war guter Rat teuer. Ein Motorradfahrer, den wir vorher schon mal nach einer Kette gefragt hatten sagte uns, in Russland würden wir wohl sowas bekommen, aber in Kasachstan fahren so kleine Mopeds nicht rum :?: :?: Wir waren aber noch fast 400 Kilometer von der ersten größeren Stadt 'Astrachan' hinter der Russischen Grenze entfernt. Es blieb also keine anderen Wahl als zu versuchen Janni dort hin zu schleppen. Da meine Inno die schwächste von uns Dreien war wechselten sich Martin und Reinhard beim Abschleppen ab:
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Bei Temperaturen weit über 40 Grad schafften wir es dann tatsächlich noch bis fast an die Grenze, über 250 km Janni im Schlepptau, bei Gegenwind und abartig schlechten Straßen, manchmal musste im 2 Gang gefahren werden. Eine irre Leisung, heute haben wir trotzdem 349 Kilometer geschafft!! Bis zur Dunkelheit sind wir dann noch gefahren und versuchen morgen dann früh über die Grenze zu kommen um in Astrachan dann nach einer Kette zu suchen.

Wir waren alle völlig K.O. als wir kurz vor der Grenze unsere Zelte aufbauten. Und der morgige Tag sollte noch dramatischer werden...

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 24 - das Drama an der Grenze!

Unser Nachlager lag etwas abseits der Hauptstraße zur Grenze, abends im Halbdunkeln hatten wir gar nicht richtig bemerkt dass es etwas im Tiefsand bergab ging. Jetzt musste das Janni-im-Schlepptau-von-Martin-Gespann erst mal wieder mühsam auf die Hauptstraße gezogen werden. Noch vor dem Frühstück der erste Kraftakt des Tages:
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Nach einer Stunde Fahrt waren wir dann an der kasachisch-russischen Grenze. Die Ausreise aus Kasachstan war schnell erledigt. Unsere Sorge, wir würden vielleicht Probleme bekommen weil Janni ja noch immer am Abschleppseil hing, war unbegründet. Das interessierte die dort überhaupt nicht. Man stempelte fleißig unsere Papiere ab und wünschte uns dann 'Gute Fahrt' nach Russland.

Wir überquerten dann im Niemandsland einen Fluss und standen dann am Schlagbaum vor der Einreise nach Russland. Reinhard wie immer als Vorhut vorneweg um mit ein paar in russisch gesprochenen Sätzen die Lage zu entspannen und die Zöllner etwas aufzulockern. Ich war direkt bei ihm und keine 10 Minuten später schoben wir unsere Mongos zum zweiten mal auf dieser Reise auf russischen Boden. Wir lachten und scherzten noch, wie schnell & problemlos doch dieses mal alles geklappt hatte.

Da hatten wir uns aber sehr getäuscht... :o

Wir drehten uns mehrmals um aber Martin und Janni kamen nicht nach. Sie standen immer noch am Grenzposten und brauchten wohl die Hilfe von Reinhard zwecks Übersetzung oder so. Janni schaffte es dann über die Grenze und rief uns aufgeregt zu "es gibt Probleme mit Martins Papieren!" Reinhard, von uns Vieren als einziger mit einem beruflichen Jahresvisum ausgestattet, ging zu Fuss zurück um Martin zu helfen. Wir waren ratlos warum gerade Martin hier & jetzt Probleme bei der Einreise bekommen hat. Nach kurzer Zeit kam Reinhard ohne Martin zurück mit der bitteren Nachricht, Martin hätte wohl nur ein Visum für eine einmalige Einreise nach Russland und er wird hier abgewiesen! Wir waren geschockt, hatten aber noch die leise Hoffnung dass dieses Problem hier doch sicher mit ein paar Dollarscheinen zu lösen ist.

Martin kam dann mit einem Kalaschnikov-bewaffneten Zöllner zu uns und rief hilflos "die lassen mich nicht rein, was soll ich machen??" Schlagartig wurden wir uns dem Ernst der Lage bewusst: Martin noch im Niemandsland und kam nicht nach Russland rein, Janni und ich schon in Russland und ohne Chance die Grenze dort nochmal zu überqueren (dann hätten wir ja das gleiche Problem wie Martin) und Reinhard mittendrin und versucht alles um die Lage zu klären.

Martin musste dann wieder zurück ins Gebäude und wir standen geschockt & hilflos am Grenzzaun. Wir warteten dann auf Martin und weitere Infos, vielleicht gibt es ja doch noch eine Chance. Nach ein paar Minuten, die uns wie Stunden vorkamen, kam dann Martin mit dem Zöllner zurück: NEIN, ohne gültiges Visum ist sein Weg hier zu ende, die Einreise nach Russland wird ihm verwehrt. Wir hätten jetzt genau noch 5 Minuten um mit ihm zu sprechen, dann muss er wieder zurück Richtung kasachischer Grenze.

Wir sind wie gelähmt, Tränen fließen, Janni versucht noch eine Notlüge "sie kann doch nicht ohne ihren Freund jetzt weiterreisen" und wir alle zermartern uns den Kopf wie wir jetzt Martin in den nächsten Minuten noch helfen können. Wir rafften noch schnell das Bargeld, welches wir in den Jacken versteckt hatten zusammen, Reinhard suchte noch die Kasachstan-Straßenkarte und alles steckten wir Martin noch schnell zu. Dann drängte der Zöllner und wir mussten uns von Martin verabschieden. Ohne zu wissen ob und wie es jetzt weitergeht. Wir waren so hilflos und ich heulte wie ein Schlosshund. Nach über 7.000 gemeinsamen Kilometern sollten sich jetzt hier unsere Wege trennen, wegen einem kleinen Fehler bei der Visumzentrale. Wir konnten es einfach nicht glauben!!! :shock:
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Martin musste losfahren, wir konnten ihm noch zurufen dass er sein Handy auf Empfang halten sollte und wir versuchen ihm die Infos zu besorgen. Wir 3 standen alleine da und konnten die Lage immer noch nicht begreifen. Nach kurzem Beratschlagen wollten wir wie geplant jetzt erst einmal nach Astrachan weiterfahren, dort ein Hotel suchen um im Internet zu recherchieren und Jannis Mongo wieder flott zu bekommen. Die hing ja immer noch am Spanngurt, diesmal hinter Reinhards Mongo. Jetzt heißt es die Nerven zu bewahren...

Nach ca. 100 Kilometer waren wir dann in Astrachan. Mitten in einer Großstadt, mit Janni im Schlepp und ohne Plan wo ein Hotel oder Mopedladen ist. Wir "strandeten" zufällig vor der Technischen Universität dort und hielten an der Hauptstraße um erstmal ein paar klare Gedanken zu fassen. Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten und man mit leerem Magen nicht denken kann gingen wir ins dortige Subway zum Sandwich essen. Es war klimatisiert und hatte free-WiFi und so konnten wir die ersten Hilferufe ins Forum stellen.

Wieder an den Mopeds angekommen bekamen wir interessanten Besuch von der Universität, sowohl die Studenten als auch 2 Dozenten kamen regelmäßig über die Straße gelaufen und gaben uns ein paar Tips wegen einem Mopedladen. Dieser sollte sogar fußläufig erreichbar sein und Janni und Reinhard machten sich auf den Weg.

Und tatsächlich wurden sie fündig und dort gab es die begehrte 420er Kette für unsere Innos. Es wurden natürlich gleich 2 Stück gekauft, gute MAG-Qualität aus China, bitte nicht verwechseln mit den billigen D.I.D-Palgiaten aus Japan :x
CIMG3275.jpg
Mit in den Einkaufskorb kamen noch 3 Liter ÖL, es wurde langsam Zeit für eine kleine Inspektion. An der Uni wieder angekommen wurde direkt an der Straße die Kette montiert. Reinhard hatte auch das passende Werkzeug mit um sie auf die richtige Länge zu kürzen. Ihm kam die Qualität der Kette schon sehr merkwürdig vor, ein Gefühl welches durchaus berechtigt war. Und, nach kurzer Zeit war Janni wieder fahrbereit:
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Man beachte den großen Raaben auf dem Moped welcher interessiert zuschaute:
P8110916.jpg
Well done, Reinhard!!
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Die erfolgreiche Montage musste natürlich begossen werden und wir gönnten uns einen frisch gezapfen "Brot-Saft", den man dort an jeder Ecke kaufen konnte. Etwas eigenwillig im Geschmack, aber eiskalt serviert ein schöner Durstlöscher:
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Wir fuhren dann weiter und fanden nach doch etwas längerer Suche ein kleines Hotel, sehr schön und idyllisch an einem Kanal gelegen und checkten dort ein. Hier wollten wir klären wie es weitergeht. Wir waren noch völlig ratlos, konnten aber schon mit Martin per SMS in Kontakt bleiben. Von ihm erfuhren wir, dass er bereits auf dem Weg nach Uralsk war. Dort ist das nächste Russische Konsulat wo er hoffentlich schnell und komplikationslos ein neues Visum bekommen kann. Trotzdem bedeutet dieses im Idealfall eine Fahrt hin & her von knapp 1.600 Kilometern, auf sich alleine gestellt und auf katasrophal schlechten kasachischen Straßen, ohne Werkzeug oder Flickzeug weil dass hatten wir ja an unseren Mongos verteilt. Uns wurde bleich im Gesicht als wir uns vorstellten, in welcher Lage Martin jetzt ist und welche Anstrengungen in den nächsten Tagen auf ihn warten :o

Ein dramatischer Tag ging langsam zu Ende, unsere Gedanken waren bei Martin der jetzt irgendwo einsam wieder in Kasachstan rumfuhr ...

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 26 - warten auf Infos von Martin

Nachdem wir bis tief in die Nacht im Netz nach Infos für die Visumbeantragung in Uralsk gesammelt haben konnten wir erst einmal nichts weiter tun als zu warten. Im Forum gab es viele weitere Tips und wann immer es irgendwie Martin möglich war nahm er Kontakt zu uns auf und gab uns einen Lagebericht von unterwegs. Wir nutzten die Zwangspause dort um Körper, Geist und Technik wieder auf den Vordermann zu bringen. Nach gutem Frühstück im Hotel ging es zu Fuss raus die Lage dort erkunden. Proviant für unterwegs wurde im kleinen Shop nebenan gekauft. Die Dame rechnete noch mit einem Abakus :mrgreen:
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An der hübschesten Brotsaftverkäuferin konnten wir natürlich auch nicht vorbeigehen... ;)
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Ein paar Impressionen von dort:
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P8120941.jpg
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Direkt vor dem Hotel erklärten wir den Seitenstreifen ab jetzt zur Inno-Werkstatt, Zeit für Inspektionen an allen 3 Mongos:
P8120968.jpg
Nach der chinesischen MAG-Kette gab es jetzt bestes russisches ZIK-Öl...wenn das mal nicht funktioniert :lol:
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Natürlich gab es allerlei Besucher dort bei unserem Werkstatttermin...alle wieder super nett und hilfsbereit.
P8120973.jpg
Schrauben macht hungrig, zum Abendessen gab es XXL-Burger bis zum Abwinken:
P8120977.jpg

Die ganze Zeit hatten wir die Handys griffbereit. Martin hatte in der Zwischenzeit eine kasachische Internet-SIM organisieren können und war per WhatsApp für alle wieder erreichbar. Er kam gut vorran, wie lange aber die ganze Aktion noch dauern konnte stand absolut in den Sternen. Wir kamen überein auf jeden Fall noch solange es irgendwie für uns vertretbar war in Astrakhan auf Martin zu warten...

Ein kleiner Verdauungsspaziergang am Abend:
P8120982.jpg
Im Hotel war bereits die Banja für uns vorgeheizt und den Pool hatten wir für uns ganz alleine. Ein paar kühle Bier dort rundeten den Abend dann standesgemäß ab. Martin fuhr sich in der Zwischenzeit die Seele aus dem Leib und wir verwöhnten uns im Hotel...mein schlechtes Gewissen bei der ganzen Aktion war unübersehbar! :cry:

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 27 - Bummeln in Astrakhan

Martin war bereits in Uralsk, hatte sich dort ein Hotelzimmer genommen und war schon früh morgens beim dortigen Konsulat. Wenn alles dort nach Plan läuft sollte er am Nachmittag gegen 15 Uhr sein Visum abholen können. In der Zwischenzeit ließ er seinen Gepäckträger schweißen, der tiefe Fall bei fast voller Fahrt in ein ca. 1 Meter Durchmesser großes Schlagloch auf der kasachischen Straße hatte seine Spuren hinterlassen:
bis 06.08..2015 497.jpg
Zum Glück waren wir stets mit ihm in Kontakt und konnten ihm so auch weitere Infos zukommen lassen. Sobald er sein Visum hätte startet er sofort durch Richtung Astrakhan. Wir freuten uns riesig und konnten im Moment nicht mehr machen als ihm die Daumen zu drücken. Für uns hieß es dann den Tag über wieder warten, wir konnten endlich mal unsere Wäsche waschen und mal wieder die Mails checken. Ein Blick in unser Hotelzimmer, für das Foto haben wir extra aufgeräumt! :lol:
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Das Hotel war übrigens klasse, wer mal dort in der Nähe ist kann ruhigen Gewissens dort einchecken ;) Danke an das Team vom 'Astra':
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Fußläufig hatten wir die Gegend ja schon erkundet, damit wir aber das Fahren nicht verlernen und die frisch inspizierten Mongos auch ausgeführt werden wollten machten wir mal eine kleine Stadtrundfahrt. Bei 33 Grad und strahlend blauem Himmel musste keiner von uns lange überredet werden. Nach kurzer Fahrt kamen wir an einen großen Fluß. Nach kurzem überlegen waren wir uns einig: ja stimmt, das muss die Wolga sein :mrgreen: Zeit für ein paar Fotos:
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Wir fuhren natürlich alle in kompletter Motorradmontur, nicht wie Janni hier in Thailand-Outfit und Flip-Flops...wäre doch viel zu gefährlich 8-)
P8130996.jpg
War schon verdammt breit, die Wolga. Mündet ja auch dort im Kaspischen Meer:
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Der darf natürlich auch nicht fehlen :mrgreen:
P8141013.jpg
Weiter ging es...wir besuchten dort noch einen riesigen lokalen Markt und futterten uns durch die Buden. Natürlich gab es in der Innenstadt auch eine dieser modernen Shopping-Malls, jeder von uns konnte sich dort einen Herzenswunsch erfüllen. Janni trennte sich von ihrer jahrelang gut eingetragener 'New York City'-Basecap und erstand ein neues rotes Cap. Der Abschied von der alten Kappe fiel ihr sichtlich schwer :mrgreen:
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Reinhard kämpfte seit der Mongolei mit einem unzuverlässigem Feuerzeug und ging jetzt auf Nummer Sicher. Wäre ja eine Katastrophe, wenn abends vor dem Zelt die Pfeife kalt bleiben müsste:
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Ich besorgte mit dort in der Sportartikelabteilung eine Wasserflasche mit Halter so wie sie sonst an Rennrädern verbaut ist. Endlich konnte dann auch während der Fahrt Wasser getrunken werden. Für Martin haben wir uns ein besonderes Willkommensgeschenk ausgedacht. Mehr dazu bei der hoffentlich bald kommenden Wiedersehensfeier :P

Am Nachmittag erfuhren wir von Martin, dass es tatsächlich geklappt hat mit dem Visum und er sich schon auf den rund 800 Kilometer weiten Weg nach Astrakhan gemacht hat. Yippie!!! Wir mussten leider unsere Koffer packen und in ein anderes Hotel ziehen. Im 'Astra' konnten wir nur 2 Nächte bleiben, weil unser Zimmer dann schon vergeben war. Das neue Hotel war aber nur eine Querstraße weiter, eine Klasse besser aber wir bekamen auf Empfehlung des anderen Hotels einen Sonderpreis und hatten sogar 2 Zimmer:
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Heute wird wahrscheinlich die letzte Nacht werden in Astrakhan, eine Stadt die gar nicht so typisch ist für eine russische Großstadt. Uns hat es dort gut gefallen. Ein letzter Blick auf eine schön beleuchtete Kirche. Morgen soll dann endlich die Reise ZU VIERT weitergehen. Martin wollte die Nacht so gut es geht durchfahren um dann im Mittag wieder bei uns zu sein...den fettesten Respekt vor dieser Leistung hatte er bei mir jetzt schon!
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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 28 - Martin hat es geschafft!

Das Hotel ist echt sehr gut. Wir schlafen etwas länger und gönnen uns in aller Ruhe ein ausgiebiges Frühstück. Seit gestern Abend haben wir von Martin nichts mehr gehört, wir sind angespannt und nervös, lungern draußen vorm Hotel rum und kontrollieren mittlerweile zum 3. mal den Ölstand. Dann rappelt Jannis Handy, Martin schreibt:

"50km bis astrakhan! Yeah Baby yeah!!!!!!!!"

Wir jubeln laut los, Martin der Teufelskerl hat es wirklich so gut wie geschafft. Wir checken schnell aus und rödeln die Mopeds auf. Unsere Vorfreude auf das Wiedersehen bekommen auch die vielen Fußgänger vorm Hotel mit und es ergeben sich wieder schöne Gespräche. Alle freuen sich mit uns...Wir halten die Kamera griffbereit und den schönen Augenblick von Martins Ankunft nicht zu verpassen. Um 12 Uhr kommt er dann um die Ecke gebraust, ein Taxi hat ihm den Weg zum Hotel gezeigt:
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Wir umarmen uns und sind alle völlig aus dem Häuschen. Endlich sind wir wieder zusammen, endlich kann die Reise der Mongos weitergehen. Ein geiler Augenblick!!
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Marin hatte ja bei der Abreise in Ulan Bator im OASIS seinen Klappstuhl dort vergessen und musste seitdem abends auf seinem Helm sitzen. Ein unhaltbarer Zustand :lol: Als kleines welcome-back-Geschenk haben wir daher keine Kosten und Mühen gescheut und ihm den besten Super-Duper-Hyper-Campingklappstuhl von ganz Astrakhan besorgt, Martins Freude kannte keine Grenzen, endlich wieder vernünftig sitzen :prost2:
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Endlich kann es weitergehen. Wir gehen noch schnell ins Subway ums Eck und hauen uns den Bauch mit Sandwiches voll. Um 13 Uhr sitzen wir Vier wieder auf unseren Mopeds und verlassen Astrakhan in Richtung Grosny/Tschetschenien, vorbei an kleinen Nebenflüssen der Wolga.
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Wir machen viele Pausen, Martin hat die letzten 3 Nächte kaum geschlafen und fällt bei jedem Halt vom Moped direkt in einen koma-artigen Tiefschlaf. Mittlerweile haben wir über 40 Grad und die Temperaturen steigen je weiter wir gen Süden fahren. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Hitze welche noch im Kaukasus auf uns wartet.

Noch fahren wir auf kleinen asphaltierten Straßen doch am Nachmittag verläßt uns das Glück und wir geraten auf über 30 Kilometer in übelsten Tiefsand. Wir können es kaum fassen, laut Karte befinden wir uns auf der Europastraße E119 und versinken auf der fast bis zur Radnabe im Sand.

Hier ein paar bewegte Bilder um das ganze mal zu verdeutlichen:

https://www.youtube.com/watch?v=vQ1ndA_C5_k

Ich bin bedient, mit sowas habe ich hier und jetzt nicht mehr gerechnet. Martin ist am Ende seiner Kraft und wir alle rudern im ersten oder zweiten Gang bei sengender Sonne durch den Tiefsand. Eine Tortour für Mensch und Material. Nach fast 3 Stunden kommen wir wieder auf schlechten Aspahlt und können ein paar Kilometer gut machen:
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An einer kleinen Kreuzung treffen wir auf 2 Rollerfahrer aus Tschechien. Wir sind genauso überrascht wie sie, hier in der Wildnis auf ein paar Gleichgesinnte zu treffen:
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Einer der beiden spricht sogar etwas deutsch. Sie sind auf einer großen Asienrunde unterwegs und wollen noch bis zum Aralsee. Einer ihrer SH150 hatte bereits einen Motorschaden und kurzerhand musste jemand ein Flugzeug nehmen und hat von zuhause im Handgepäck einen Ersatzmotor geholt. Verrückte Jungs, genauso wie wir :laugh2:

Blog (in Tag 15 werden wir auch erwähnt mit Foto :mrgreen: )
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Wir tauschen noch unsere Erfahrungen aus und müssen dann schon wieder weiter und fahren noch bis zum Sonnenuntergang. So schaffen wir es trotzdem noch auf 190 Kilometer und sind alle fix und fertig. Unterwegs haben wir noch in einem kleinen Dorf ein paar Flaschen Bier kaufen können. Wir feiern das Wiedersehen vor dem Zelt und haben uns viel zu erzählen.

Nach dem wir diese Bewährungsprobe geschafft haben sind wir sicher, es jetzt auch zusammen bis nach Hause zu schaffen. Ein aufregender Tag geht zu ende...
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