MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 29 - eine heiße Fahrt durch Tschetschenien

Nach erholsamer Nacht sind wir schon früh unterwegs. Schon kurz nach Sonnenaufgang haben wir über 30 Grad, trotzdem schmeckt allen wieder das deftige Frühstück entlang der Straße. Martin sieht auch schon wieder etwas erholt aus :mrgreen:
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Nächstes Ziel ist Grosny, die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Das, was wir über diese Gegend im Vorfeld unserer Reise gelesen hatten flößte uns reichlich Respekt ein. "Westliche Touristen in der Gegend, da ist man bei den vielen zu erwarteten Straßenkontrollen leichte Beute der Militärs und man ist schneller seine Reisekasse los als man schauen kann" wurden wir gewarnt. "seid ihr verrückt? Bloß nicht durch Tschetschenien!!!" und ähnliche Tips konnte man im Internet lesen...nun gut, warten wir es ab.

Wie befürchtet ließ die erste Militärkontrolle nicht lange auf sich warten. Vier Motorräder, sowas wird natürlich sofort rausgewunken und wir mussten direkt mit zu deren Wach-Baracken fahren. 3 Polizisten kamen auf uns zu. Beim Blick in deren Gesichter sah ich mich schon direkt im Knast oder im besten Fall meine komplette Kohle loswerden...
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Es wurden unsere Papiere verlang und neugierig die Mongos begutachtet. Und was jetzt kam hat uns alle echt überrascht: sie lachten uns an, klopften uns auf die Schulter und zogen alle ihre Smartphones aus den Taschen um ein Selfie mit uns zu machen. Mit allem haben wir ja gerechnet, aber mit sowas ganz bestimmt nicht :P Ganz stolz waren sie als wir fragten ob sie mit aufs Bild wollten...
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Mit unseren armseligen Mopeds passten wir wohl überhaupt nicht in ihr Beuteschema, ebenso sammelten wir dank Reinhards Russisch-Kenntnisse weitere Sympatiepunkte. Ob sie wohl auch so zur einer Horde aufgetakelter BMW GS-1200-Fahrer sind? Wir haben lieber nicht nachgefragt :lol: Als wir schon fast durch waren mit der Kontrolle winkte mich noch eine sehr schwergewichtige und anscheinend höherrangige Polizistin heran. Ich musste ihr in die Baracke folgen, ohne eine Ahnung was sie jetzt genau noch von mir wollte. Sie ging dann dort an ihren Spind und holte eine Mititärjacke heraus und zog von dieser das mit Klett befestigte Ärmelabzeichen der tschetschenischen Militärpolizei ab...UND SCHENKTE ES MIR MIT EINEM BREITEN LACHEN!! Ich war echt sprachlos! :shock:

(ob dann noch ein Heiratsantrag gekommen wäre habe ich lieber nicht abgewartet und wir sind nach einer kurzen Verabschiedung schnell weitergefahren :lol: )

Wir kamen in den nächsten Stunden noch in weitere Kontrollen, alle liefen äußerst korrekt ab, nie war aber auch nur der Hauch von Korruption oder Schikane zu spüren!

Mittlerweile war es Mittag und das Thermometer kletterte auf über 43 Grad, so eine brutale Hitze habe ich noch nicht erlebt.Die Straßen waren gut und wir kamen gut vorran. Dann, nach einer größeren Bodenwelle, passiert es schon wieder: An Jannis Mongo ist die Kette gerissen! :o Die chinesische MAG-Kette war Schrott, schon seit der Montage in Astrakhan mussten wir sie dauern nachspannen und ahnten dass sie auch nicht lange halten wird. Die extremen Offroad-Kilometer von gestern haben ihr wohl noch weiter arg zugesetzt.

Am Straßenrand wurde dann die 2. China-Kette montiert:
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Mittlerweile war Janni total verunsichert und traute sich auch mit der neuen Kette kaum über 50 km/h zu fahren. Verständlich, wenn man erst kurz vorher einem mega Abflug durch das blockierende Hinterrad noch gerade eben so vermeiden konnte. Wir fuhren langsamer als gewohnt weiter, die Nerven waren bei allen ziemlich angespannt, die extreme Hitze tat ihr übriges dazu. Am Nachmittag kamen wir dann nach Grosny:
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Wir hielten am erstbesten Supermarkt und suchten etwas Schatten. Ein kleines Eis tat allen jetzt gut und beruhigte etwas die Nerven:
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Wir fuhren eine Hauptstraße entlang und hielten die Augen offen nach einem Mopedladen. Eigentlich wollten wir uns erst in der Türkei um eine neue Qualitätskette kümmern, aber wir mussten jetzt handeln...
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Martin, der kann fahren und fotografieren gleichzeitig ;)
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Bingo! Nach kurzer Suche wurden wir bereits fündig und Martin konnte endlich sein JASO-MA-Öl kaufen und für Janni bekamen wir eine neue Kette, leider wieder nur China-Qualität:
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Nicht nur die Kette war eine Fälschung, selbst das goldene M wird dort kopiert :D
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Wir essen dort ein paar schnelle Burger und schauen dass wir noch bis zur Dunkelheit ein paar Kilometer schaffen. Mittlerweile sind bei uns allen die so tollen LED-Zubehör-Rücklichter kaputt und wir fahren hinten komplett dunkel. Auf einer Schnellstraße gibt es ewig keine Ausfahrt, es ist mittlerweile fast komplett dunkel und ich rechne jede Sekunde damit dass uns ein Autofahrer von hinten abräumt. In einer Baustellen-Umleitung fahren wir einfach quer über die Gegenfahrbahn und können so über einen Notausgang die Schnellstraße verlassen. Mir steht der Schweiß auf der Stirn und ich mache 3 Kreuzzeichen als wir endlich auf einem kleinen Stück Acker vor einer Fabrik die Zelte aufschlagen. Die gefahrenen 456 Kilometer heute waren schwer erarbeitet!

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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 30 - Traumhaftes Georgien

Vor der Abfahrt und dem von allen immer sehr geschätzten Fressorgie Frühstückshalt unterwegs war erst einmal etwas schrauben angesagt. Martins Ölwechsel war längst überfällig und Jannis Mongo bekam die neue Kette einer anderen Marke aufgezogen, lt. Label sogar für eine Honda CUB, das MUSS jetzt damit mindestens in die Türkei klappen :D Dort gibt es offizielle Honda-Händler wo wir dann auch sicher eine Qualitätskette kaufen könnten.

Man beachte: es ist eine ROLLER-Kette :lol: . Von der Qualität her machte sie schon einen ganz anderen, wesentlich hochwertigeren Eindruck. Also rauf damit und wieder ab auf die Straße bei bestem Wetter immer Richtung Wladikawkas und dann zur russisch-georgischen Grenze.
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Kaum auf der Hauptstraße wird man praktisch von der irren Anzahl von modernsten Tankstellen dort "erschlagen". In einem kleinen Ort, die Durchfahrt dort vielleicht 3 Kilometer lang, zählte ich sage und schreibe 14 Tankstellen kurz hinter einander. Und das waren nur die, die auch in Betrieb waren. Dazwischen noch einige verlassene Tankstellen-Ruinen und oft genau neben der Ruine dann noch welche im Bau befindlich. Echt Wahnsinn!
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Wir konnten auf kleinen und kleinsten Straßen gut Kilometer machen. Janni hatte ihr Vertrauen in die Technik wiedergefunden und das Fahren heute machte allen riesig Spaß.
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Nach ein paar Stunden, laut Karte waren wir sogar schon bald an der Grenze, gingen wir noch kurz einen Snack einwerfen. Heute war Sonntag und wir waren froh einen kleinen offenen Laden gefunden zu haben. Während wir also draußen bei den Mopeds standen und Brötchen und Kuchen aßen kam die Frau aus dem Laden, den Arm voll mit Verpackungsmüll vom Regale auffüllen. Sie ging an uns vorbei und: schmeißt den ganzen Abfall einfach so direkt neben dem Laden in den Graben. Während wir daneben stehen, für die dort das natürlichste Verhalten auf der Welt. Immer und überall wird alles an Müll aus dem Fenster und in den Graben geworfen. Kein Quadratmeter ohne Plastikflaschen, Tüten, Dosen und anderen Unrat. Unglaublich, wie die eigentlich dort sehr schöne Natur zugemüllt wird. Ein Zustand, den ich eigentlich auf der ganzen Reise so empfunden habe. Ach so, in Österreich wurde es dann besser...falls hier ein paar von drüben mitlesen :mrgreen:
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Wir kamen zur Grenze, die übliche Schlange dort mit wartenden Lkw und Pkw. Wir wieder von allen bestaunt als einzige Europäer weit und breit ;) Es ging zwar permanent immer etwas vorran, aber bis wir bei den Grenzern vorne waren sind doch fast 2 Stunden vergangen. Dort nur ein kurzer Blick in die Papiere, ein paar Stempel hier&dort und wir konnten durchfahren.
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Russland ade' - Willkommen in GEORGIEN!

Erleichterung macht sich bei uns vieren bemerkbar, war das doch wohl der letzte "kritische" Grenzübergang. Ab jetzt sollten größere Probleme an den Grenzen der Vergangenheit angehören. Davon hatten wir alle auch die Schnautze voll :lol: Jetzt war grobe Richtung Tiflis auf der georgischen Heerstraße angesagt. Und wir wurden nicht enttäuscht. Kaum im Land erwartete uns eine traumhafte Landschaft. Ein paar Impressionen von den folgenden Fahrstunden:
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Natürlich wurde auch ein Stop an der Aussichtsplattform vom Denkmal an die 100-jährige russisch-georgischen Freundschaft gemacht. Ein echt tolles Erlebnis und eine gigantische Aussicht dort:
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Die Kette hält, ein gutes Gefühl:
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Wir sind jetzt genau 1 Monat unterwegs:
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Weiter geht die Fahrt, mittlerweile haben wir in den Höhenlagen starken Gegenwind. Trotzdem ist und bleibt die Fahrt durch Georgien ein echtes Highlight:
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Zeit für eine ordentliche Mittagspause. Die georgische Küche hat einiges zu bieten. Alles wurde frisch zubereitet, das Fleisch direkt neben unserem Tisch live gegrillt...einfach nur lecker!
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Gut abgefüttert fahren wir weiter, in einem kleinen Dorf trauen wir unseren Augen nicht. Direkt am Straßenrand vergammeln Oldtimer und rosten vor sich hin :shock:
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Wir schleichen uns in den Garten, dort geht es weiter:
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Janni wollte dann mit dem Panzer die restlichen Kilometer nach Hause fahren, leider sprang er aber nicht an und die Mongo musste weiter dran glauben :laugh2:
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Wir waren echt von den Socken ob des Anblicks von den ganzen Oldtimern. Scheinbar stehen die so schon seit Jahrzehnten dort rum...unglaublich!

Dann ein schöner 'lost place', irgendwie war alles schön dort unterwegs links und rechts der Straßen. Georgien hat mich schon in der Kürze echt fasziniert!
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Zeit für einen Sprung in den See hatten wir leider nicht, noch mussten ordentlich Kilometer gemacht werden:
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Gegen Abend, wir waren auf einer Art Schnellstraße unterwegs, überraschten uns plötzlich pechschwarze Wolken am Himmel und am Horizont zuckten schon die Blitze. Wir fuhren noch ein paar Kilometer und waren kurz vor einem riesigen Gewitter. Wind kam auf und rund um uns herum blitze und donnerte es. So gerade noch schafften wir eine Ausfahrt und retteten uns auf ein abgeerntetes Stoppelfeld. Es wurde immer dunkler und so eben gelang es uns noch die Zelte aufzubauen da brach über uns gefühlt die Welt zusammen. Wir steckten mitten drin in dem Gewitter, der Regen prasselte auf uns nieder und der Sturm verbog mein Zelt dass ich Angst hatte gleich würde es zerfetzt. Ich saß die nächsten Stunden aufrecht im Zelt und hielt die Zeltstangen fest. Erst nach Mitternacht wurde es etwas ruhiger und ich fiel in einen unruhigen und kurzen Schlaf.

Dieses Gewitter sollte für uns auch noch am kommenden Morgen eine unliebsame Überraschung bereithalten...für heute waren aber erst einmal 296 Kilometer geschafft.

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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 31 - Fahrt bis in die Türkei

Ich krabbelte aus meinem Zelt und war froh, diese Nacht heil überstanden zu haben. Die Sonne stand schon über dem Horizont und lachte mich an, ein strahlend blauer Himmel versprach uns einen schönen Fahrtag Richtung schwarzes Meer und der Türkei. Jannis (Billig-)Zelt aus der Mongolei hatte bei dem Sturm arg gelitten, mich hat gewundert dass überhaupt noch etwas davon übrig war :mrgreen: So blieb aber nur ein Wassereinbruch und eine ramponierte Zeltstange zu notieren...egal, bis nach Hause wird das schon irgendwie halten :lol:

Nach dem zur Gewohnheit gewordenen Aufrödeln und Kettenpflege war ich der erste der abfahrbereit war. Kurzer Blick zurück, die anderen kommen ja auch sofort, fuhr ich los...vom Acker zum kleinen Feldweg ging es noch problemlos im ersten Gang, dann gab ich Gas aber wurde immer langsamer statt schneller, obwohl es leicht bergab ging. :?: :?: :?: Ich war irritiert und wusste nicht was los war, gab weiter Gas aber nichts ging mehr und schon lag ich auf der Seite, die Mongo auf mir drauf :evil:

Als ich mich wieder aufgerappelt hatte sah ich die Bescherung und den Grund für das schwächelnde Moped: Der Regen hatte den Lehmboden soweit aufgeweicht dass er die Konsistenz wie Fensterkitt hatte, die Stollenreifen nahmen das dankbar auf und nach wenigen Metern saß das Vorderrad bombenfest am Schutzblech "festgeklebt". Ich versuchte es mit nebenher Schieben und dem ersten Gang: keine Chance. Mit blockierendem Vorderrad auf diesem Boden klappte sofort der Lenker ein und ich steckte wieder fest.

Bis ich kapierte was überhaupt los war hatte es mir Janni nachgemacht und legte sich auch erst einmal sanft ab. Zum Glück sahen Reinhard und Martin das Desaster von der Ferne und stoppten ihre Mopeds und kamen uns zu Fuß zur Hilfe. Ich fluchte wie ein Rohrspatz, wir versuchten mit einem Stock den Lehm unterm Schutzblech rauszupuhlen. Anschließend drehte sich das Rad wieder eine Halbe Umdrehung um dann genauso fest zu sein wie vorher...es war wie verhext! Ich baute das Vorderrad aus, kratze den Dreck raus, baute es wieder ein und war nach einem Meter genauso weit wie vorher.
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Meter um Meter kamen wir nur mit angehobenen Vorderrad der Hauptstraße näher. Zeitweise zu Dritt zogen wir an einer Inno wie die Ochsen und brauchten dann über eine Stunde bis wir alle 4 Mongos unten an der Hauptstraße hatten. Ein wahrer Kraftakt am frühen Morgen, ich war fix und fertig!
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Aber auch auf Teer konnten wir die Reifen nicht freifahren, so fest saßen sie. Es half alles nichts, wir mussten bei allen Mongos nochmal die Vorderräder ausbauen und den Lehm von Hand aus dem Schutzblech kratzen:
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Der Lehm klebte mittlerweile überall und man sah aus wie ein Tiefbauarbeiter nach einer 8-Stunden-Schicht. Endlich konnten die Mopeds sich wieder aus eigener Kraft bewegen und es wurde Zeit sich im nächsten Dorf ein paar Kalorienbomben reinzuziehen. Es gab so eine Art Pizzateig mit daumendick Käse drauf überbacken, sehr nahrhaft und gesund :mrgreen:
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Auf schönem Asphalt gang es dann weiter, im nächsten größeren Ort wieder mal eine Tankpause. 93er Super kostete ca. 70ct./Liter, gerade noch zu verkraften, in Russland haben wir ja zeitweise für die Hälfte tanken können ;)
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"ja, genau, schön vollmachen bitte..."
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Beim Blick auf die Straßenkarte wählten wir als nächstes größeres Ziel die Stadt Bordschomi aus. Lt. Map führten dort 2 Straßen hin: die große Hauptstraße auf der wir uns gerade befanden oder eine kleine Nebenstraße, die dann als wohl optisch wesentlich reizvoller gewählt wurde. So ging es dann weiter durch wunderschöne Landschaften auf einer immer schlechter werdenden Straße...
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die kurzen Pausen wurden von Janni wieder zur Meditation genutzt :lol:
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Dann hörte der Asphalt plötzlich auf und wir fuhren auf Schotter und übelster Buckelpiste in ein Gebirge:
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Mehr als mit 'ner Inno wollte ich hier nicht rüberfahren:
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kleinere Wasserdurchfahrten gab es auch:
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Ich konnte mich an der eigentlich schönen Umgebung nicht erfreuen, dachte an die schwache Kette bei Janni und sah hier ein eigentlich vermeidbares Risiko für den nächsten Defekt. Dazu plagten mich seit dem Morgen Magenschmerzen und ich war froh manchmal noch schnell genug hinter den nächsten Busch zu kommen :|

Es ging stetig bergauf, bis wir in einem kleinen Dorf oben auf dem Berg auf über 2.000 Meter angekommen waren:
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Nach kurzem Halt dort oben ging die Fahrt auf unverändert schwerer Schotterpiste bergab weiter. Ich konnte sehr häufig ohne Motor fahren und "segelte" ins Tal:
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Endlich auf der Hauptstraße angekommen konnte nach über 4 Stunden Offroad-Einlage wieder Gas gegeben werden. Ein Straßenschild wies uns den Weg nach Batumi, der letzten größeren Stadt ca. 20km vor der Grenze zur Türkei. Hier erblickten wir dann zum ersten Mal das Schwarze Meer, ein schöner Augenblick!

Durch den Umweg durch das Gebirge hatten wir ordentlich Zeit eingebüßt. Wir wollten noch unbedingt heute in die Türkei einreisen, mittlerweile war es nach 18 Uhr und wir hatten keine Ahnung wie lange die Abfertigung dort dauern würde. Nach ein paar Kilometern an der Küste entlang waren wir dann schon am Grenzübergang in Sarpi angekommen. Nach kurzem Fragen wurden wir direkt nach vorne gewunken und alle waren sehr freundlich zu uns. Akribisch wurden die Papiere kontrolliert, selbst die grüne Versicherungskarte wurde gecheckt und nach einem kleinem Pläuschchen mit den Zöllnern konnten wir in die Türkei einreisen...ach, Halt, Stop! Janni hatte das große Los gezogen und durfte ihre Mongo-Gamma in die riesige Lkw-Röntgen-Halle schieben wo sie auf versteckte Panzerfäuste, MG's und Atombomben durchleuchtet wurde. Wir konnten uns alle ein Schmunzeln nicht verkneifen :P

Wir fuhren noch ein paar Kilometer auf der Straße die Küste entlang. Es wurde mittlerweile immer dunkler und wir mussten uns noch einen Platz zum Schlafen suchen. Da kamen wir an einen Strandabschnitt wo noch viele Menschen am Baden waren, es hell erleuchtete Buden gab und uns dieses etwas Touristikleben versprach. Wir fragten ob wir dort zelten können: ja klar, kein Problem sagte man uns.

Wir fuhren dann mit den Mongos direkt an den Strand, wir waren es ja nicht anders gewohnt dort zu zelten wo wir gerade Lust drauf hatten :lol: Irgendwie haben die unsere Frage aber wohl falsch verstanden und fingen dann an uns etwas zu nerven mit "nein, die Zelte dann hierhin und nicht dahin" und "Nein, die Mopeds müssen auf den Parkplatz" und "das zelten hier kostet Geld" usw. Das war alles nicht das, was wir nach einem langen Fahrtag hören wollten. Wir konnten uns dann aber doch noch mit denen einigen, zahlten ein paar Lira Gebühr und ließen uns dann mal dort ordentlich Köfte auftischen und ein paar Efes zum einschlemmen obendrauf :aetsch1:

306 Kilometer haben wir heute geschafft und als ich im Zelt lag habe ich erst richtig realisiert, dass wir leider schon Georgien wieder verlassen haben. Ein Land welches einen längeren Besuch durchaus verdient gehabt hätte...
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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 32 - immer an der Küste entlang

Kaum dämmert der Morgen da stehen wir schon wieder auf uns packen die Sachen. Die Karte rät uns über Trabzon bis Samsun an der Küste entlang zu fahren und dann ins Landesinnere abbiegen nach Merzifon und weiter nach Istanbul. Die Türkei ist groß, also heißt es heute wieder ordentlich Kilometer machen...es sollte ein wunderbarer Fahrtag werden!

das morgenliche Ritual:
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ein Schlafplatz direkt am Schwarzen Meer:
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im hellen sah die Location bei weitem nicht so einladend aus wie gestern Abend, wieder überall Müll und Unrat, und das direkt an der Küste. Unverständlich für mich, für die Türken scheinbar völlig normal :?
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Auf der Küstenstraße erwarteten uns perfekte Fahrbedingungen: 3-spurig, bester Asphalt, kaum Verkehr und Sonnenschein bei 30 Grad. Rechts immer direkt das Meer, links zogen kleine Dörfer an uns vorbei...wir ließen die 9 PS mal richtig marschieren :lol: , hatten irre Spaß beim Fahren und bekamen oft das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, eine Wohltat für die Augen! Zeit für ein erstes Selfie während der Fahrt:
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In einem größeren Ort, dessen Namen mit leider entfallen ist, machten wir eine Frühstückspause, wieder sehr deftig und lecker:
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Der angeschlossene Dönerladen fuhr sein Essen mit einer CUB aus, wir mussten 2 x hinsehen und erkannten: es ist eine ELEKTRO-Cub :sonne:
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Wir gönnten uns sogar einen kleinen Stadtbummel und ließen das Leben dort etwas an uns vorbeiziehen:
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Wieder auf der Küstenstraße, einfach nur herrlich dort zu fahren:
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Die Kilometer flitzten nur so auf das Garmin, definitiv einer der Top-5 Fahrtage dieser Reise :mrgreen: Zeit für eine Mittagspause, das Essen darf auf keinen Fall zu kurz kommen :P
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Der Koch dort fuhr auch CUB:
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Weiter gehts immer Richtung Samsun:
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Wir lagen gut in der Zeit und machten am Nachmittag mal Halt an einem kleinen Campingplatz. Dort war kaum was los, ein paar der Jungen dort waren in den Ferien auf "Heimaturlaub" und lebten sonst in Deutschland:
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Ein herrliches Fleckchen dort. Wir überlegten dort evtl. einen freien (Fahr-)Tag einzuschieben und unsere Akkus durch Chillen am Strand mal wieder so richtig aufzuladen. Da Martin und Janni aber noch nie in Istanbul waren zogen wir es vor, wenn es weiterhin so gut läuft mit den Kilometern, dann lieber dort 2 Tage Pause zu machen und uns etwas von der Stadt am Bosporus anzuschauen. Die Aussicht auf ein festes Bett in einem Hotel hatte also auch durchaus seinen Reiz, die Entscheidung war dann schnell gefallen: auf nach ISTANBUL :lol:

Wir haben hohe Spritpreise in der Türkei erwartet, mussten aber dann "nur" rund 1,50 Euro/Liter zahlen. Eigentlich völlig egal bei unserem Verbrauch, aber immerhin 4 x so teuer wie in Russland 8-)
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Trotz der ausgiebigen "Genuss"-Pausen unterwegs schafften wir am Ende das Tages noch 557 Kilometer. Wir fuhren in ein kleines Dorf abseits der Haupstraße und nach ein paar Kilometer hatten wir auch einen tollen Platz zum schlafen gefunden. Der riesigen Türkei-Fahne, die wir hinter den Bäumen im Tal erblickten, maßen wir da noch keiner Bedeutung zu. Viel werden aber jetzt ahnen, dass wir am nächsten morgen keinen Wecker brauchten um wach zu werden ;)
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Ein Bauer mit Frau fuhr dort mit seinem Trecker vorbei und entdeckte uns auf dem Acker und hielt an. In Deutschland hätten wir direkt unsere Zelt wieder einpacken können inkl. Anzeige wegen unerlaubten Betreten eines Stoppelackers, aber hier war es ganz anders: er freute sich riesig, dass wir genau "seinen" Acker für unsere Nachtruhe ausgesucht haben und war dadrauf mächtig Stolz. Sein Schwager kam dann direkt auch mit einer China-CUB angefahren und alle freuten sich mit uns. Sie verstanden kein Englisch, wir kein Türkisch, trotzdem lachten wir viel und jeder zeigte seinen Respekt vor dem anderen.
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Später kam nochmal seine Frau zurück und schenkte uns ein gerade (für uns?) frisch gebackenes Brot, das war noch warm und schmeckte herrlich. Ein schöner Tag ging zu Ende...
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 33 - Martin geht baden ;-)

Um 4 Uhr irgendwas werde ich aus dem Schlaf gerissen :evil: Direkt in der Nähe unseres Camp stand die dortige Moschee und der Muezzin brüllte uns mit echten 120 db mitten in der Nacht an doch endlich mal aufzustehen, ich hätte ihn umbringen können! :mrgreen:

Ein kurzer Blick aus dem Zelt riet mir sich doch sofort wieder umzudrehen und mit dem Aufstehen noch ein oder zwei Stündchen zu warten: dicker Nebel hatte uns umhüllt, alles war patsch-nass:
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Da der Muezzin partout nicht aufhören wollte uns zu nerven und ich auf die Schnelle auch meinen Gehörschutz nicht fand :lol: packten wir also unsere nassen Zelte ein und gingen wieder auf die Piste, ohne dieses mal im Lehm zu versinken. Die perfekten Straßen machten dort das Kilometer fressen zur reinsten Freude, die kulinarischen Genüsse taten ihr übriges:
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Omelette als Flatrate, dazu ein Berg frischen Salat, Brot und reichlich guten Tee, das ganze für gerade einmal 2,- Euro ließen meinen Brass auf die brutalen Weckmethoden in der Türkei schnell vergessen :lol: Weiter gehts, nur noch ca. 600 Kilometer bis Istanbul:
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Es ging viel die Berge rauf und runter, am Ende des Tages standen über 4.300 Höhenmeter auf dem Display. Wir fuhren immer parallel der (kostenpflichtigen) Autobahn und hatten oft traumhafte Ausblicke:
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Gegen Mittag hielten wir an einer Wiese an und nutzten die hoch stehende Sonne um unsere Zelte und Schlafsäcke zu trocknen:
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inkl. einem kleinen Mittagsschläfchen gebet :sonne:
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Wie wir so da lagen und die Sonne ihre Arbeit verrichtete hielt ein kleiner Pkw an, Vater und Sohn stiegen aus. Sie wollten wohl auch eine kleine Pause machen, aber als sie uns dort so sahen gingen sie an ihren Kofferraum, holten eine Honigmelone heraus und schnitten sie auf. Aber nicht um sie selbst zu essen sondern sie kamen zu uns rüber uns reichten sie uns zum gemeinsamen essen. Die Gastfreundschaft auf der ganzen Reise war phänomenal, erst recht hier in der Türkei :P

Am späten Nachmittag wurde die Bebauung entlang der Straße dichter, wir hielten an um etwas Nahrung nachzulegen. Noch vom günstigen Frühstück verzückt bestellten wir einmal die Karte rauf und runter und wurden, was die Schmackhaftigkeit angeht, nicht enttäuscht. Alles wurde frisch zubereitet:
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Als wir pappsatt dann die Rechnung beglichen dachten wir uns bei der Summe von 200 Lira nichts böses. Mittlerweile hatten wir auf der Reise die fünfte Währung und irgendwann blickt man da nicht mehr so richtig durch :oops: Schon auf dem Moped sitzend dachte ich mir beim umrechnen aber so: autsch, das war gerade etwas Abzocke, fast 65,- Euro waren das für alle. Wir kamen aber überein, dass es eigentlich auch unsere Schuld war, weil wir nicht vorher nach den Preise gefragt haben und wir so in eine kleine Falle getappt sind. 8-) Egal, gut geschmeckt hat es jedenfalls..

Bis zum Sonnenuntergang schafften wir noch einiges an Kilometern und suchten dann nach einer ruhigen Ecke zum zelten. Da wir anscheinend schon im weitläufigen Speckgürtel von Istanbul waren war das garnicht so einfach. Wir fuhren abseits der Hauptstraße durch ein paar Dörfer und bogen immer rechts und links ab in der Hoffnung eine ruhige Wiese zu finden, aber Fehlanzeige. Fast schon in der Dämmerung mussten wir dann handeln und kamen, hinter einem kleinen Industriegebiet, an einen Steg der über einen kleinen Fluß führte. Hinter diesem lockten ein paar Quadratmeter Wiese für unsere Zelte, aber wie dort rüberkommen? Ich stand da so und grübelte da fackelte Martin nicht lange und fuhr mal eben so rüber...und kam auch problemlos auf der anderen Seite an, Bravo!

Janni und ich kamen überein, dass wir noch einmal intensiv die ganze Sache durchdiskutieren müssen bevor wir DA rüberfahren, da machte sich Martin wieder auf über den Steg zu uns zurück zu kommen. Er kam allerdings etwas ins Straucheln und FIEL KOPFÜBER MIT MONGO-MOPED UND AUSRÜSTUNG die Böschung herab in den Bach rein!

DAS Foto ging um die Welt :laugh2:
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Ich geschockt! Janni: "Martin, bleib so, ich hole die Kamera!" und hielt das ganze für die Nachwelt fest :mrgreen: Währenddessen stand auf einmal Reinhard auf der anderen Seite und deutetet auf eine Brücke, nur 100 Meter weiter, die das problemlose Überfahren ermöglichte :stirn:

Wir zogen Marin samt Inno gemeinsam die Böschung wieder rauf und konnten uns ein Lachen nicht verkneifen. Martin fand das ganze nicht wirklich witzig, aber zum Glück war der Motor nicht unter Wasser gekommen und nach Leeren des Luftfilters sprang sie Inno wieder problemlos an, zwar ohne Leben im Cockpit und mit defekter Beleuchtung, aber komplett fahrbereit. Martin musste erst mal raus aus den nassen Klamotten und legte sich und das Iphone trocken welches jetzt wohl einen richtigen Wasserschaden hatte.
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der berühmte Steg:
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Bis wir zum Zelte aufbauen kamen war es fast dunkel. Der Ort war auch denkbar schlecht, vom Industriegebiet kam Lärm herüber, ein Hund kläffte unentweg, Mücken nervten und zu allem Überfluss campierten wir auf einem schrägen Boden, beste Voraussetzungen für einen schlechten Schlaf. Gefahrene Strecke heute: 496 Kilometer

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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 34 - ISTANBUL

Heute ließen wir uns mit dem Aufstehen etwas Zeit, wir hatten nur noch ca. 200 km bis Istanbul, also konnten wir den Tag und die Fahrt dorthin gemütlich angehen. Die Nacht dort auf dem Acker war wie befürchtet mäßig durch dem Lärm und den schrägen Boden...

Bei jedem Tankstop waren wir die ganze Reise über ein gern gesehenes Fotomotiv:
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Die schöne Landstraße endete schon weit vor Istanbul und wir fuhren zur Abwechslung mal kurz auf die mautpflichtige Autobahn, eher unfreiwillig weil wir uns von der Verkehrsführung dort haben irritieren lassen :mrgreen: Als wir es gemerkt haben nahmen wir die nächste Abfahrt die natürlich an einer elektronischen Zahlstelle endetet. Die Kassenbude war zwar nicht besetzt, eine rote Ampel ermahnte uns aber zum Anhalten. Wir haben das dann einfach mal ignoriert und sind im 4-er Formationsflug an der Bude und der roten Ampel vorbei die Autobahn runter und lösten dadurch einen schrillen Alarm aus...hinterher gekommen ist aber keiner von denen 8-)
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Wir kamen durch die Vorstädte von Istanbul, der Verkehr nahm zu und das Fahren wurde immer stressiger. Mein Garmin-etrex war routing-fähig und ab Istanbul hatte ich wieder Karten zum navigieren, auf kleinen vom chaotischen Verkehr verstopften Schleichwegen ging es Richtung Bosporus-Brücke:

Ein erster Blick auf die riesen Hängebrücke:
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EUROPA, wir kommen!!
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Selfie-Zeit :lol:
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Die Brücke ist verdammt hoch und rief ein mulmiges Gefühl bei mir vor, aber es war ein schönes Gefühl dann wieder in Europa zu sein :P Wir fuhren dann noch ein Stück weiter und kamen in den Ortsteil 'Sisli'. Es war früher Nachmittag und auf den Straßen tobte das Chaos. Kurz am Straßenrand angehalten merkten wir, dass wir fast direkt vor so einem großen Glaspalast standen, es war das edle RAMADA-Hotel. Das muss ein Wink des Schicksals gewesen sein, hier probieren wir mal ob wir unterkommen können dachte ich mir. Nun, wir sahen nicht unbedingt wie die typischen Gäste für solch einen 4****-Sterne-Palast aus, zumal wir nach den Wochen in Staub und Dreck eher reif waren für einen Dampfstrahler als für so eine noble Herberge und ich befürchtete wir würden bereits am Portier scheitern. Leicht verunsichert kamen wir aber bis zur Reception durch, die Mongos direkt vor dem Haupteingang geparkt ;)

Noch bevor wir überhaupt fragen konnten erblickte ich das Schild mit den Zimmerpreisen: 280,- Euro / Nacht für ein Doppelzimmer :o :o :o Ähm, leicht über unserem Budget, nichts wie raus hier...aber die nette Dame hinterm Tresen wollte uns so nicht wieder gehen lassen und ahnte, dass wir echt unbedingt eine Dusche brauchen, so wie wir aussehen und reduzierte mal eben den Preis um die Hälfe. Und als Bonus bot sie uns dann auch noch 2 x die Deluxe-Suite an...ich hätte sie umarmen können und buchte direkt mal 2 Nächte :laugh2:

Die 4 Mongos residieren in Luxus-Suiten, hier der Beweis :mrgreen:
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Was für eine Wohltat, nach den Wochen draußen leben endlich mal eine richtige Dusche, ein weiches Bett und vor allem, es war alles sooo sauber (OK, bis wir dann dort eingeschlagen sind :laugh2: )

Nach ausgiebigen relaxen war es am abend Zeit für...ihr werdet es ahnen:

ESSEN!!! :D

Für lächerlich wenig Geld gab es eine Querstraße weiter den ganzen Tisch voll mit Köstlichkeiten:
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Auf dem Rückweg noch ein paar sündhaft teure Efes erstanden die wir uns dann gemeinsam in dem Zimmer in der Suite reingezogen haben. Morgen legen wir dann den ersten freiwilligen Moped-losen Tag ein und checken etwas die Touri-Hotspots ab...ein schöner Tag ging zuende (227 Kilometer):
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Böcki
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 35 - Moped-freier Tag in Istanbul

Heute ist Freitag, 21.08. und wir haben noch eine Woche um nach Hause zu kommen. Grund genug, den "freien" Tag hier in Istanbul gemütlich angehen zu lassen. Die Mongos bleiben in der Tiefgarage und nach einem ausgiebigen Frühstück nehmen wir ein Taxi um mal richtig einen auf Touri zu machen :lol:

Keine großen Worte heute..hier ein paar Bilder der Must-Have-Sehenswürdigkeiten von Istanbul wie z.B. Große Basar, Topkapi-Palast, Hagia Sophia, Sultan-Ahmed-Moschee usw...
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Bisher knapp 10.000 km haben wir geschafft...
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Nach fast 5 Wochen nur sporadischem Kontakt per email oder SMS konnte ich heute das erste mal mit meiner Frau telefonieren :P Auch ein besonderes Highlight an diesem Tag
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Ein paar Türken haben auch Geschmack was die CUB-Auswahl angeht :sonne:
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Mongo-Dream-Team :P
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Wir hatten Glück und es war nicht so voll überall. Ein kleiner Schauer überraschte uns Mittags der aber mehr erfrischend als störend wirkte. Den ganzen Tag so zu Fuss unterwegs war anstrengend, am späten Nachmittag fuhren wir dann ins Hotel zurück und gingen wieder ausgiebig essen. Gut gesättigt ließen wir noch etwas das hektische Treiben auf den Straßen auf uns wirken und freuten uns auf den nächten Tag wo es endlich wieder weiter ging...ein Tag Pause kann ganz schön lang sein :lol:

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 36 - wir sind in Bulgarien

Schon früh sind wir vom Hotel los. Ich war froh als wir in der Tiefgarage endlich wieder auf unseren Mopeds saßen und wir weiterfahren konnten. Großstädte mit all ihren vielen Menschen und dem dichten Gedränge überall ist nicht meine Welt. Istanbul hat sicher 'ne Menge zu bieten aber ein Tag reichte mir. Lasst uns Richtung Bulgarien fahren... :mrgreen: . Die Schnellstraße aus Istanbul raus verlief direkt vor dem Hotel, so konnten wir schon zügig Kilometer machen, obwohl ich den Eindruck hatte diese Stadt mit ihren ganzen Stadteilen hört niemals auf. Istanbul ist einfach gigantisch groß!

Als es wieder etwas hügelig wurde und die Inno auch mal im 3. Gang mit höheren Drehzahlen Leistung bringen musste merkte ich, dass meine Kupplung anfängt leicht durchzurutschen. Klar, als wir in Astrakhan das Öl gewechselt haben war es kein JASO-MA Öl, das könnte sich jetzt bemerkbar machen :? Also Zeit mal bei einem Moped-Laden anzuhalten um nach dem richtigen Öl zu fragen.
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Wir staunten nicht schlecht, was es dort alles für China-Kracher gab:
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So von der Verkleidung fast eine Innova-Kopie:
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Reinhard machte schon fast eine Großbestellung fix :lol:
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Tatsächlich erstanden wir dort 2 Liter Castrol 20W-40 mit JASO-MA:
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Der Verkäufer sprach kein Wort Englisch, wir natürlich kein Türkisch, aber er ließ uns nicht eher gehen, bis wir seinen Tee probiert hatten, soviel hatten wir jedenfalls verstanden:
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Witzig: für die restlichen Sachen sind wir dann an seinen PC gegangen und haben Google-Translator unsere Fragen übersetzen lassen, quasi eine Unterhaltung am Bildschirm :mrgreen: Wir wollten unser Öl noch direkt seiner Werkstatt wechseln, aber die war noch außerhalb und auch noch in der falschen Richtung. Also haben wir uns nett bedankt und sind ein paar Kilometer weiter am Straßenrand selbst zur Tat geschritten:
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(das Altöl aus Jannis und meiner Mongo wurde natürlich fachgerecht an einer der dort überall zu findenen Altölsammelstellen entsorgt :oops: 8-) 8-) )

Weiter gehts, mit frischem Öl war die Grenze zu Bulgarien dann schnell erreicht. Dort waren zig lange Schlangen mit Autos und Lkw die auf ihre Abfertigung warteten. Klar, hier ist die EU-Außengrenze und dementsprechend wird dort auch streng kontrolliert. Es ergaben sich nette Gespräche von Gleichgesinnten, wir waren die einzigen Mopedfahrer weit und breit und dementsprechen interessant. Viele sprachen auch schon deutsch, von einer österreichischen Familie wurden wir direkt mit leckerem Kuchen versorgt...wir müssen echt hungrig ausgesehen haben ;)
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Dauernd begannen die dort wartenden Pkw-Fahrer ein sinnloses Hupkonzert...als würde es dadurch schneller gehen. So brauchten wir über 3 Stunden bis wir in Bulgarien und demensprechend in der EU eingereist waren. Wieder ein Schritt der Heimat näher. Bulgarien begrüßte uns direkt mit schlechten Straßen, heruntergekommenen Park- und Rastplätzen und immer schlechter werdendem Wetter:
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Fast in Chaskovo hatten wir bereits Daurregen und es wurde richtig kalt. In einem kleinen Kaff konnten wir billg, aber auch nur schlecht essen:
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Es dämmerte und so richtig Bock auf im Regen draußen auf einer matschigen Wiese zu zelten hatten keiner von uns. Die Bedienung nach einem Hotel gefragt schickte sie uns zu Fuss in eine kleine Seitengasse. Aber leider Fehlanzeige, das Hotel war belegt oder hatte keinen Bock auf uns. Meine Stimmung ging schlagartig in den Keller. Müssen wir tatsächlich, bei dem Scheißwetter...?

Wir fuhren aus der Stadt heraus und *Bingo* sahen per Zufall ein beleuchtetes Hotel-Schild. Ein kurzes Stoßgebet Richtung Himmel, sie mögen doch bitte auch ein Platz für uns haben, wurde erhört. Zwar keine 2 Doppelzimmer, aber immerhin irgend ein großes Zimmer mit Kochnische und heißer Dusche wurde uns versprochen. "Her damit!!" und für 30,- Euro Vorkasse war der Abend im Trockenen gebucht :P

Janni und Martin machten sich noch fix auf den Weg etwas Bier, Wein und Kabbereien zu besorgen. An WAVE-Pudding konnten sie natürlich nicht vorbeigehen:
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Es war warm dort, wir saßen nicht auf dem trockenen und hatten WiFi :lol:
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Es wurde noch ein längerer und lustiger Abend:
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Trotz der langen Grenzabfertigung haben wir heute noch 386 Kilometer geschafft, morgen sollten wir dann in Rumänien sein :up2:

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 37 - Schöne Donau

Die Nacht in dem "Appartment" :mrgreen: war OK, ich habe sogar direkt auf dem Boden gut geschlafen. Wir sind früh aufgestanden, ein Blick nach draußen sagte uns: kein Regen :up2: Also rauf auf die Mongos, kurz an der nächsten Tankstelle ein Brötchen und Kaffee besorgt und ab geht die Fahrt grobe Richtung Sofia, dann Montana und Grenze nach Rumänien. Direkter wäre zwar nach Serbien gewesen, aber das wollten wir aufgrund der dort schon vorherrschenden chaotischen Lage wegen den Flüchtlingen an den Grenzen umfahren.

Es war kühl & windig, aber wir kamen gut vorran. Große Hauptstraßen haben wir vermieden, daher gab es hier und da auch etwas zu sehen. Insgesamt war Bulgarien aber recht öde und dementsprechend wenige Fotos wurden heute gemacht...
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kurzer Sprint mit einem Simson-Fahrer :lol:
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Zwischendurch gab es auch mal einen kräftigen Schauer, wir haben vorsichtshalber die Regensachen immer angelassen:
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Die Donau bildet die Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien. Schneller als erwartet waren wir schon da. Schon zig Kilometer vorher kam der Hinweis auf die Fähre, die man zum Überqueren der Donau nehmen muss. Wir freuten uns schon auf eine kleine Schifffahrt, wurden aber jäh enttäuscht da uns kein Fähranleger inkl. Boot dort erwartete sondern eine nigel-nagel-neue riesiege Brücke, die 2013 eröffnetete "Neues Europa". :shock: Alles top neu angelegt inkl. modernen Mautstationen und großen Hallen zwecks Lkw-Abfertigung. Ein kurzer Blick in unsere Pässe war für die Zöllnerin ausreichend und wir konnten über die Brücke fahren, für Motorräder sogar mautfrei. Klasse! (schade, von der Überfahrt über die Donau haben wir leider keine Bilder gemacht).

Willkommen in Rumänien:
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Wir sind dann noch ein paar Stunden weitergefahren, immer parallel der Donau und haben einen schönen Platz zum zelten gefunden. Der Tag ging zuende, wir hatten noch ein paar Mongo-Tütensuppen im Gepäck und mit Blick auf die Donau haben wir den Sonnenuntergang genießen können (gesamt 561 Kilometer):
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 38 - Ungarn

Bei dem gemütlichen Plausch vorm Zelt gestern abend konnten wir etwas die restlichen Tage der Rückkehr planen. Wir waren zum eigentlichen "Rückkehr-Wochenende" bei Martins Onkel in Österreich zum grillen eingeladen. Da heute erst Montag war waren wir natürlich zu früh dran, Martins Onkel war zum Mitte der Woche noch garnicht zuhause. Da fiel uns ein, dass sich unser Forums-Kollege Werni883 aus Wien angeboten hatte ihn doch auf dem Rückweg zu besuchen inkl. Platz zum übernachten. Ein Blick auf die Karte verriet uns, nur noch gut 800 Km bis Wien. Ein paar PN und SMS mit Werner später war klar: die Einladung steht noch, morgen abend werden wir zum essen erwartet...auf nach WIEN!! :up2:

Dichte Nebelschwaden lagen am frühen Morgen über der Donau und unserer Wiese. Die Zelte waren nass, trotzdem war allen die gute Laune anzumerken. Wir fuhren weiter gemütlich die Donau entlang und kehrten in der Nähe von Severin zum ausgiebigen Frühstück ein:
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Mit direktem Blick auf die Donau schmeckte es alles nochmal so gut, perfektes Wetter mit blauem Himmel machten den Fahrtag zum reinsten Vergnügen. Mein Handy piepste und siganlisierte mir Willkommensnachrichten aus Serbien. Gerne hättten wir noch einen Abstecher über die Donau gemacht um ein weiteres Land zu besuchen. Da wir aber ahnten dass mit dem Verlassen der EU und Einreise nach Serbien wegen der akuten Flüchtlingsproblematik es ander Grenze zu größeren Wartezeiten kommt blieben wir dann doch lieber in Rumänien...schade eigentlich. So fuhren wir auf schönen Straßen weiter Richtung Timisoara und waren schon bald an der Grenze zu Ungarn:
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Auch hier gab es bei der Einreise überhaupt keine Probleme, ein Hoch auf die EU :mrgreen: Wir wollten noch ein paar Kilometer machen und fuhren daher mal ein Stück neue Autobahn, hier mussten wir zum ersten mal auf der Reise Maut zahlen, pro Moped immerhin 8,- Euro :? weiter ging die Fahrt immer grobe Richtung Budapest. Nach gut 200 gefahrenen Kilometern in Ungarn bogen wir von der Schnellstraße ab auf der Suche nach einen schönen Platz zum Schlafen. Auf einer kleinen Straße sahen wir mehr per Zufall ein Schild mit einem Pferd und einem Zelt. Ob das ein Campingplatz sein kann?

Neugig geworden fuhren wir den spärlichen Wegweisern nach, es war mittlerweile nur noch ein sandiger Feldweg durch viele Bäume und Büsche, wir hielten mehrmals an und konnten nicht mehr glauben dass wir hier noch richtig sind. Wir wollten schon wieder umdrehen da sahen wir hinter den Bäumen ein Gutshof liegen mit Pferden auf einer Koppel. Vorsichtig fuhren wir weiter und standen dann vor einem super-tollen Anwesen, tasächlich ein schöner Pferdehof und der dahinter stehende Wohnwagen deutete auch auf eine Campingmöglichkeit hin. Klasse!

Wir wurden herzlich empfangen und selbstverständlich können wir unsere Zelt aufschlagen spach die Wirtin in sehr gutem Deutsch zu uns. Wir fühlten uns sofort sehr wohl dort...
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Es war früher Abend, die Sonne schien herrlich und daher wurde uns draußen ein Tisch zubereitet. Die Wirtin war sehr stolz auf ihre mehrfach ausgezeichnete Küche und so wurde dieser "Zufallsfund" zu DEM kulinarischem Highlight der Reise. Es gab perfekt zubereitetes ungarisches Gulasch (was auch sonst in Ungarn? :lol: ), vorher eine Suppe, dann Salat, Brot und hinterher noch eine herrliche Süßspeise...
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Wir ließen es uns dort richtig gutgehen, ein paar Bier vom Fass und ein paar Schnäpse halfen anschließend bei der Verdauung :mrgreen: Wir merkten dabei, dass es auf dieser Reise wohl unser letzter Abend zu viert sein wird. Morgen abend sind wir dann bei Werner in Wien und er rührte im Forum schon mächtig die Werbetrommel für ein "welcome-back"-Mini-Forumstreffen.

In Gedanken, dass leider diese wunderschöne Reise bald zuende sein wird, schlief ich ein...

(459 Kilometer)

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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

Beitrag von Böcki »

Tag 39 - Fahrt nach WIEN

Heute wird für mich wohl der vorletzte Tag der Reise sein. "für mich" deshalb, weil wir zur Viert wohl nur noch bis Werner in Wien zusammen fahren werden...

Martin ist ja Österreicher und möchte noch ein paar Tage bei seiner Familie bleiben bis er den Weg nach 'Germania' antritt. Mich zieht es jetzt nach über 40 Tagen "on-the-road" auch nach Hause und ich werde versuchen dann die ca. 900km von Wien bis ins Siegerland durchzufahren. Wenns nicht passt dann noch eben eine weitere Übernachtung unterwegs. Reinhard wird die Rücktour direkt über zwei Tage fahren, mit einem Abstecher auf einem sehr schönen Campingplatz in Bamberg. Janni überlegt noch ihn bis dahin zu begleiten um dann ihren Weg weiter nach Hamburg zu fahren. Oder direkt alleine von Wien aus den kürzesten Weg durch Tschechien nach Hause. Mal sehen, erst einmal bis Werner fahren und dann schauen wir weiter :mrgreen:

Nach dem sehr schönen Abend auf dem Pferdehof starten wir bei bestem Wetter die restlichen Kilometer Richtung Österreich. Unsere Stimmung ist prächtig, fast ausgelassen touren wir gemütlich auf kleineren Straßen Richtung Györ. Unterwegs erwischt uns dann doch noch ein Gewitter, eigentlich wollten wir für den Rest der Reise unsere Regenklamotten nicht mehr anziehen aber heute kann auch sowas unsere gute Laune nicht erschüttern...ruck-zuck passieren wir Györ und rollen schon bald auf österreichischem Boden, der für uns mitterweile 9. Grenzübertritt war kaum zu bermerken. :P

Kurz hinter der Grenze beschließen wir auf der Autobahn zu bleiben, so müssen wir auch noch mal ein paar Euros für das Motorrad-"Pickerl" abdrücken. Die restlichen Kilometer zu Werner nach hause waren dann nur nach Formsache, am späten nachmittag standen wir bei ihm auf dem Hof, er war sichtlich überrascht dass wir schon da waren :lol:
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Aus dem Forum kamen dann noch Gfox und Helmut angefahren, mitgebracht hatten sie noch Salat und 3 Flaschen Wein zur Begrüßung. Werner hatte sich auch nicht lumpen lassen und seiner Köchin aufgetragen für uns rund ein Dutzend herrlich schmeckender "Wiener" Schnitzel (was sonst?) zuzubereiten:
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Wir konnten uns so richtig sattessen, Dank Werni's Handy mit Europa-Flat 8-) endlich mal wieder ausgiebig mit unseren Freunden & Bekannten telefonieren und Martin konnte bei seiner Inno das Licht reparieren. Es war ein toller, letzter gemeinsamer Abend mit den vier Mongos:
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Bei Jannis Inno hörte sich der Motor jetzt echt ungesund und laut an. Ihren Plan, auf eigener Achse noch bis nach Hamburg zu fahren, gab sie daher auf und suchte sich einen Flug am nächsten Morgen nach Hamburg. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte der Motor die restlichen kilometer zwar auch noch geschafft, aber jetzt würde der Schaden noch klein sein und ihn mutwillig auf den letzten Kilometern zu "schlachten" das hat er nicht verdient.

Wir haben es tatsächlich geschafft. Zu viert von der Mongolei in 5 1/2 Wochen bis nach hause zu fahren. Für mich jetzt schon das Abenteuer meines Lebens, auch wenn ich morgen noch einen strammen Fahrtag vor mir habe. Ein Fazit dieser Reise wird es auch noch geben, ich beschließe aber den eigentlichen Reisebericht mit diesem letzten Foto von uns zusammen.

Einem Team, mit dem ich sofort wieder aufbrechen würde auch auf eine Tour um die ganze Welt!
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Re: MONGOLEI - DEUTSCHLAND 2015...der Reisebericht!

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Tag 40 - bis nach HAUSE

Ich hatte es mir bei Werni im Flur bequem gemacht und wollte mit Tagesanbruch die letzte Etappe bis nach Hause in Angriff nehmen. Werni hatte mir am Abend noch ein blinkendes Fahrradrücklicht geschenkt (Danke nochmal dafür!), da ich ja hinten fast die ganze Reise mit defektem LED-Rücklicht unterwegs war. Heute konnte ich aber durchaus etwas Licht dort gebrauchen... :lol:

Den Wecker hatte ich mir um 4:30 Uhr gestellt und wollte mich eigentlich leise und ohne die anderen zu wecken aus dem Hause schleichen. Als ich mich aus dem Schlafsack quälte war Werni aber schon längst auf den Beinen und hat mir ein deftiges Frühstück bereitet :P Wir saßen also doch noch etwas länger in der Küche, Reinhard war dann auch schon wach, Janni und Martin torkelten auch noch im Halbschlaf herbei und so konnten wir uns dann doch noch zünftig mit Umarmung voneinander verabschieden :prost2:

ca. 5.30 Uhr saß ich dann endlich auf meiner Mongo-Beta und ließ mich vom Garmin Richtung Heimat navigieren, für die Restkilometer bis ins Siegerland wurden irgendwie 870 berechntet. Also keine allzugroße Herausforderung auf den guten österreichischen und deutschen Autobahnen 8-) Die Fahrt war unspektakulär, Fotos habe ich keine gemacht, jeder weiß ja wie es so auf den Autobahnen aussieht. Ich passierte Linz, Passau, Regensburg, Nürnberg, Würzburg und Frankfurt, machte nur kurz mal einen Tankstop und war bei bestem Wetter dann gegen 18 Uhr fast zuhause.

In diesen letzten Stunden der Reise gingen mir viele bewegende Gedanken durch den Kopf. Ich verließ die Autobahn schon eine Abfahrt früher wie geplant und hielt nochmal ein paar Kilometer vor Zuhause an einer schönen Stelle an und versuchte zu realisieren, dass ich es jetzt wirklich geschafft habe und "The-long-way-home" gleich zuende geht. Ich war hin- und hergerissen, wollte einerseits schnell nach Hause wo meine liebe Frau Karin auf mich wartete, aber wollte auch dann doch nicht dass es jetzt wirklich schon vorbei ist. Meine Gefühle in diesem Augenblick bekam ich kaum in den Griff und mir fällt es schwer sie zu beschreiben...

Ich tankte zum letzten mal die restlichen Liter aus dem Kanister, wischte mir ein paar Tränen aus dem Gesicht und fuhr langsam die paar Kilometer auf der Landstraße nach Hause. In meiner Straße angekommen sah ich schon ein paar Nachbarn auf dem Hof stehen, die mich kaum den Helm abnehmen ließen und mit herrzlich begrüßten. Karin kam angelaufen, sie hatte es fast verpaßt dass ich schon da war weil die Farbe noch nicht ganz trocken war und sie noch eben mal was aufgehängt hat:
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Es war so ein schönes Gefühl meine Frau wieder umarmen zu können. Einen ganz lieben Dank auch von hier an sie, die mich von der ersten Idee an bei der ganzen Planung, Vorbereitung und allem so wunderbar unterstützt hat. Karin, die gesagt hat: "Mach es! Mach es jetzt und nicht irgendwann! Das ist dein Ding und das einzige was du falsch machen kannst ist: es nicht zu probieren!" Ich liebe diese Frau! :danke:

Damit endet jetzt endgültig mein Reisebericht. Lasst euch davon inspirieren es genauso zu machen. Wartet nicht zulange wenn ihr einen Traum in euch habt, macht einen Termin fest und lebt den Traum!

Liebe Grüße aus dem Siegerland!
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Euer Böcki

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