Einfahrzeit

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bike-didi
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Re: Einfahrzeit

Beitrag von bike-didi » Fr 14. Feb 2014, 10:51

Nee Ecco,
weder Hokus-Pokus noch Allerweltswissen noch eine Mischung aus Beidem!
Das Ganze hat schon Hand und Fuß! Neue Motoren lässt man in den Werken auf ähnliche Weise einlaufen, Rennmotoren werden so auf ihren harten Einsatz vorbereitet.
Für meine Duke habe ich zusammen mit einem Dipl.-Ing. (Maschinenbau - hat seine Diplomarbeit über das Einlaufen von Motoren geschrieben) einen speziellen Einfahrryhtmus erstellt (siehe unten), nach dem ich sie auch eingefahren habe. 26 KM ist kein Scherz, seitdem wird sie "voll" gefahren!
Der o. a. Fachmann fährt seine Fahrzeuge seit jeher so ein - Motoren haben durchweg überdurchschnittlich hohe Leistungsausbeute (auf dem Prüfstand nachgewiesen!), laufen auch mit sehr hohen KM-Leistungen sehr gut ohne Ölverbrauch!

Einfahranleitung:

Motor mit kräftigen Gasstößen im Stand warmlaufen lassen, dann auf eine einsame Landstrasse.

Die Einfahrprozedur wird im vierten Gang durchgeführt:

1.
- Beschleunigen mit Halbgas von 2800 bis 6000 U/min
- ausrollen lassen bis 2800 U/min
- 3-5 Mal wiederholen

2.
Beschleunigen mit 3/4-Gas von 2800 bis 8500 U/min
- ausrollen lassen bis 2800 U/min
- 3-5 Mal wiederholen

3.
Beschleunigen mit VOLL-Gas von 2800 bis Begrenzer!!
- ausrollen lassen bis 2800 U/min
- min. 5 Mal wiederholen

Die Halb- und 3/4-Gas-Stellungen sollte man nach Möglichkeit vorher markieren.
Viele Grüße aus dem Sauerland
Didi

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von B-freak » Fr 14. Feb 2014, 14:46

Didi, kann man das auch auf die Wave anwenden von den Drehzahlen her oder waren das die Werte für die kleine Duke?

Danach noch Ölwechsel und ab geht´s wenn ich das richtig sehe.

Ich frage deshalb, weils das Thema in so zwei Wochen auf mich zukommt

Gruss

Karsten

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Bastlwastl
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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Bastlwastl » Fr 14. Feb 2014, 15:43

ich kenn es zum teil auch so wie du es beschreibst
aber wüde nie auf die idee kommen sowas zu verallgemeinern

ist diese version für 1,2,3,4,6,8 zylinder ?
welcher hubraum ?
welche ölschmierung ?

ich würde nie einen trägen V2 auf diese weise behandeln gschweige denn warmfahren

bei anderen motoren allerdings auf alle fälle

is irgentwie der wiederspruch in sich, aber jedes maschinchen will anders behandelt werden
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Bernd
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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Bernd » Fr 14. Feb 2014, 17:50

Mist! Wenn ich den Motormann lese, habe ich doch einiges falsch gemacht mit dem Einfahren meiner Super 120.

Der erste Ölwechsel war nicht bei 70 Kilometer, sondern erst bei 200. Der Zweite bei 1000. Jetzt habe ich 1680 Km drauf und habe bisher keinen mehr gemacht.

Die Höchstgeschwindigkeit habe ich von 50 km/h die ersten 100 Kilometer (allerdings nicht konstant), bis kurzes Vollgas ab 600 Kilometern, gesteigert. Ab 800 Km bin ich einfach gefahren, ohne auf irgendwas zu achten.

Das Einzige was ich richtig gemacht habe und immer noch mache, den Motor warm fahren. Also Vollgas erst ab frühestens 10 Kilometern.

Jetzt habe ich natürlich mir die Möglichkeit verscherzt, aus meinem 6,8 PS Motor, 15 PS raus zu holen. Ob es wohl was bringt, wenn ich bis ca. 3000 Km non Stop vollgas fahre? Einmal auf die Autostrada, Göppingen Rom?

Gruß
Bernd ;)
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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Cpt. Kono » Fr 14. Feb 2014, 19:21

Bernd hat geschrieben:Ob es wohl was bringt, wenn ich bis ca. 3000 Km non Stop vollgas fahre? Einmal auf die Autostrada, Göppingen Rom?
Und ob das was bringt. Entweder fährt sie danach richtig gut oder Du lernst die Bahnstrecken in Italien und Deutschland kennen kennen. :mrgreen:
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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Enz » Fr 14. Feb 2014, 19:43

Der Empfehlung von Motorman kann ich insoweit folgen, als ein einfaches Öl beim Einfahren sinnvoll ist als ein hochwertiges Synthetiköl. Aber dieses hier lese ich zum ersten Mal:Diese Schwebeteilchen haben das Bedürfnis, sich an die Wände der Ölleitungen anzulegen, von wo sie nach erkalten des Öls nicht mehr weggeschwemmt werden können, sie bleiben für die gesamte Lebensdauer des Motors dort haften. Damit verringern sie den Durchmesser der Ölleitung, sorgen in Folge für erhöhten Pumpaufwand, und verringern die Schmierung, aber auch die Leistung des Motors, wenngleich nur geringfügig.

Warum soll denn der Metallabrieb dort haften bleiben und nicht im Ölfilter landen? Liest sich wie Horror ...

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von bike-didi » So 16. Feb 2014, 08:27

B-freak hat geschrieben:Didi, kann man das auch auf die Wave anwenden von den Drehzahlen her oder waren das die Werte für die kleine Duke?
Hallo Karsten,
die Werte kannst Du so nicht ganz übernehmen, die sind von der kleinen Duke. Die Nenndrehzahl ist dort 1.000 U/min höher. Also alles analog (prozentual) um 1.000 U/min nach unten schieben. Es kommt aber auch nicht auf 200 U/min an!
Vielleicht hat ja jemand hier ein Diagramm Geschwindigkeit - Drehzahl. Demnach kann man den Einfahrvorgang natürlich auch einfach nach Tachogeschwindigkeit durchführen.

Ich würde das Einfahren im 3. Gang durchführen und die Schaltmarkierung im Tacho als Maßstab nehmen - das dürfte ungefähr passen.
Bin mir sicher, dass ich Bilder vom Öl beim ersten Wechsel gemacht habe, finde sie aber leider nicht. Man konnte jedenfalls den silbrig schimmernden Metallabrieb deutlich sehen. Beim nächsten Wechsel bei etwa 800 KM war das Öl glasklar!

@Enz: Auf der MotoMan-Seite steht auch Blödsinn - wichtig ist, dass die Kolbenringe genügend Druck und Drehzahl bekommen, um das Plateau auf der Zylinderwand zu bilden. Dann ist Einfahrvorgang abgeschlossen!
Und es ist vollkommen egal, ob der Motor Ein- oder Mehrzylinder-, V-, Reihen- oder ein Boxermotor ist.
Viele Grüße aus dem Sauerland
Didi

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Bastlwastl » So 16. Feb 2014, 13:27

@ didi

meine frage auch wenns im text untergeht
ging hauptsächlich um die schmierungsart und aufbau des ölkreislaufs


meine bedenken gehn eben durch die verschiedenen motorbauarten
in richtung öldruck durch deine angesagten gasstöße
da fehlt mir eine "untere drehzahlgrenze" bei dem ganzen

es gibt einige motoren ,grad im großvolumigen V bereich und 1 zylindern
die zu niedriege drehzahlen gar ned mögen
da durch den nicht ausreichenden öldruck bei niedreigen drehzahlen
die unteren pleuellager ziemlich in anspruch genommen werden
und eher gegenteiliges bewirken

was ich mein is das schohnendes fahren und einfahren oft gut gemeint ist
aber auch sehr schaden kann

ansonnsten bin ich ganz deiner meinung was dein post angeht

gruß Bastl
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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Enz » So 16. Feb 2014, 22:29

Wobei hardcore Einfahren a`la MotoMan u. Co. in der Fachwelt heftig umstritten ist, :
.... "Dagegen wird mit der auf der Homepage empfohlenen Einfahrprozedur unter anderem eine Leistungssteigerung um bis zu zehn Prozent gegenüber konventionell eingefahrenen Motoren versprochen. Dies ist ein extrem optimistischer Wert, der physikalisch nur auf zwei Effekten beruhen kann:

1. Durch Reibungsreduzierung

Dieses Potenzial wird meistens stark überschätzt, blah..., blah...,.."

siehe: http://www.mo-web.de/artikel/technik/33 ... ahren.html

Gruß - Andi

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Puhhh » Mo 17. Feb 2014, 06:39

bike-didi hat geschrieben:
Vielleicht hat ja jemand hier ein Diagramm Geschwindigkeit - Drehzahl.
Hab doch mal eins erstellt!

http://www.honda-innova.de/viewtopic.php?f=17&t=3126

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