Einfahrzeit

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bike-didi
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Re: Einfahrzeit

Beitrag von bike-didi » Mo 17. Feb 2014, 08:49

Puhhh hat geschrieben:Hab doch mal eins erstellt!
Jo, ist mir bekannt. Habe ich gestern schon gesucht, aber auf die Schnelle nicht gefunden.

@Bastl: Du meinst, dass die Drehzahl zu weit absinkt, so dass der Öldruck zu stark abfällt?
Falls ja - es gibt ja die zu errechnende Mindestdrehzahl, da wird das Problem nicht auftauchen.
Und fürs Warmlaufen sollte man auf den ersten Metern (oder den Umdrehungen, falls im Stand Warmlaufen) natürlich nicht dahinprötteln... . Ich habe die Duke ganz normal warm gefahren - hatte mir schon vorher eine Einfahrstrecke ausgewählt und zugesehen, dass ich beim Abholen vom Händler auf kürzestem Weg aus der Stadt raus kam.

Das geht natürlich genauso bei einem Motor mit geringerem Drehzahlniveau. Hier mal die Einfahrprozedur bei der NC (der Motor geht bereits bei 6.500 U/min in den Begrenzer!):

Einfahren im 4. Gang:
- Beschleunigen mit Halbgas von 2000 bis 4000 1/min
- ausrollen lassen bis 2000 U/min
- 3-5 Mal wiederholen

Beschleunigen mit 3/4-Gas von 2000 bis 5500 U/min
- ausrollen lassen bis 2000 U/min
- 3-5 Mal wiederholen

Beschleunigen mit VOLL-Gas von 2000 bis Begrenzer!!
- ausrollen lassen bis 2000 U/min
- min. 5 Mal wiederholen
Viele Grüße aus dem Sauerland
Didi

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Mechanic » Mo 17. Feb 2014, 17:58

Ich halte von dieser brutalen Einfahrweise nicht sehr viel. Es gibt zuviele verschiedene Motoren mit unterschiedlichen Toleranzen und unterschiedlichen beweglichen Massen, als das man pauschal so eine harte Einfahrweise überall anwenden könnte. Ich beobachte seit vielen Jahren die Öle während des Service an Neufahrzeugen und da ist einfach bis ca. 1000km mehr Abrieb vorhanden als später. Ob die Kunden nun nach Motormam-Methode, immer Vollgas oder sanft eingefahren haben, das macht wenig Unterschied.
Die Kolbenringe haben an einem Neumotor mehr als genug Spannung, als das man ihn so quälen müsste.
Ich und unsere Kunden kommen mit sanfteren Einfahrweisen sehr gut klar. Vom 50er Roller bis zur Goldwing hab ich in den letzten 17 Jahren so einige Vorführmaschinen eingefahren, da wa alles im Lot und keine ist us Leistungsmangel verhungert. Wenn ich so einen Blödsinn lesen muss, daß jemand nur durch die Einfahrweise 9PS mehr hat, dann kann ich wirklich nur lachen... Die Motorräder können direkt nacheinander vom Band fallen, egal, die zweite hat aber evtl. einen minimal anders bearbeiteten Zylinderkopf, da dieser auf einem anderen Werkzeug hergestellt und bearbeitet wurde u.s.w. Dazu dann die, einen ticken bessere Abstimmung auf dem Werksprüfstand oder eine neueres Mapping und schon hat man sein "Motorman - Wunder".
Wer sich ein bisschen mit Motorenbau beschäfigt oder selbst schon Motoren aufgebaut hat weiss vielleicht wie schwergängig sich neue Bauteile, trotz korrekter Montage, manchmal bewegen lassen.
Ich werde es weiterhin dabei belassen einen Motor die ersten 300km sehr zu schonen und dann langsam steigernd den Motor mehr zu belasten. Es wird nie jemand beweisen können das die Motorman- oder andere Einfahrmethoden Vor oder Nachteile bringt, da einfach jeder Motor min. anders ist.

Gruß Stefan

VR 46

Re: Einfahrzeit

Beitrag von VR 46 » Mo 17. Feb 2014, 23:56

Mechanic hat geschrieben:Ich halte von dieser brutalen Einfahrweise nicht sehr viel. Ich werde es weiterhin dabei belassen einen Motor die ersten 300km sehr zu schonen und dann langsam steigernd den Motor mehr zu belasten. Es wird nie jemand beweisen können das die Motorman- oder andere Einfahrmethoden Vor oder Nachteile bringt, da einfach jeder Motor min. anders ist.
BINGO !!! ...auch meine Meinung ! :up2: :prost2:

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Cpt. Kono » Di 18. Feb 2014, 07:33

Was glaubt Ihr denn wie das in der Produktionshalle aussieht, oder auf einem Leistungsprüfstand? Da wird der neue Motor gestartet und hochgejagt um zu sehen ob er auch das bringt wofür er gebaut wurde. Oder meint Ihr er wird angelassen und danach erst noch ein Kaffee getrunken und ein Zigarettchen geraucht, bevor am Hahn gedreht wird?

Mir scheint das Einfahren eines Motors wird immer sehr verklärt betrachtet, ist schon fast ein sakrales Ereignis, um ihm möglichst ewiges Leben einzuhauchen. :lol:
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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Puhhh » Di 18. Feb 2014, 07:57

Viel halte ich von dieser Motorman Methode auch nicht. Ist mir zu Brutal. Allerdings finde ich es auch übertrieben ne 125er in der Einfahrphase so zu behandeln als wäre es eine 50er. Ich bevorzuge die goldene Mitte.

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Moman » Di 18. Feb 2014, 08:16

Hi,
ich halte von der brutalen Methode auch nicht viel.
Mag ja bei hochleistungsmotoren im Rennsport anders aussehen, aber bei
unseren Inno/Wave Aggregaten son Firlefanz zu betreiben? :up2:

Ich bin der Meinung das Einfahren sollte nicht so brutal durchgeführt werden.
Aber zu zimperlich is sicher auch nix!

Also einen Einzylinder mit 390 ccm auf unter 30Km einfahren und danach mit maximaler Last durch die Serpentimenzu peitschen........also mein Bauchgefühl sagt.......nix optimal diese Strategie.
Ein Motor braucht Zeit (bissle), auch das Getriebe.

Und nebenbei bei Rennmotorradmotoren mit Leistungen über 150 PS sind Serienstreuungen von 9 PS und mehr keine Seltenheit.

Moman

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Mechanic » Di 18. Feb 2014, 08:18

Cpt. Kono hat geschrieben:Was glaubt Ihr denn wie das in der Produktionshalle aussieht, oder auf einem Leistungsprüfstand? Da wird der neue Motor gestartet und hochgejagt um zu sehen ob er auch das bringt wofür er gebaut wurde. Oder meint Ihr er wird angelassen und danach erst noch ein Kaffee getrunken und ein Zigarettchen geraucht, bevor am Hahn gedreht wird?

Mir scheint das Einfahren eines Motors wird immer sehr verklärt betrachtet, ist schon fast ein sakrales Ereignis, um ihm möglichst ewiges Leben einzuhauchen. :lol:
Der wird nicht "hochgejagt". Das fertige Moped kommt auf einen Rollenprüfstand mit Abgasmessung und es werden alle Motoreinstellungen nochmals überprüft/justiert, dabei werden auch alle Gänge durchgeschaltet und sämtliche Drehzahlbereiche getestet. Dewegen muss man aber noch lange nicht so weiter machen. Ein guter Mittelweg ist am Anfang wohl anzuraten dann sollte es kein Thema sein. Ganz wichtig ist einfach auch, den Motor im kalten Zustand nicht zu belasten ----> für immer.

In diesem chinesischen Propagandafilm sieht man mal kurz so einen Prüfstand:

http://www.youtube.com/watch?v=k7t2Q2JXjDQ

Und hier sieht man bei ca 3:00 einen Motortestlauf eines Hero Motors ohne Moped und dann bei 4:00 mit Moped auf einem Rollenprüfstand:

http://www.youtube.com/watch?v=k_RLCwqcwYk

Hier noch ein interessanter Film, müsste den Modellen nach ca 98-99' sein, auch mit Prüfstandslauf am Ende:

http://www.youtube.com/watch?v=9Rm38eHk5gA

Gruß Stefan

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von HondaFan » Di 18. Feb 2014, 08:50

das Thema ist ja noch mehr Glaubenskrieg als das Öl-Thema :stirn:
Soll doch jeder so machen, wie er will :prost2:
Gruß, Tri

VR 46

Re: Einfahrzeit

Beitrag von VR 46 » Di 18. Feb 2014, 17:21

Moman hat geschrieben:ich halte von der brutalen Methode auch nicht viel.
Mag ja bei hochleistungsmotoren im Rennsport anders aussehen
Rennsportmotoren werden aber auch spätestens nach einer Laufleistung von 2000 KM komplett überholt!

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Re: Einfahrzeit

Beitrag von Heinz » Sa 22. Feb 2014, 04:52

Es ist sicher richtig, dass die Motoren viel zu unterschiedlich sind, als dass man allgemein gültige Regeln fürs Einfahren aufstellen könnte. Ein Harley Panhead Motor ist definitiv anders einzufahren, als ein Wave Motor.
Griass aus Ko Jum
Heinz

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