Winterfahren

Benutzeravatar
SollteBremsen
Beiträge: 728
Registriert: Mi 15. Jan 2020, 22:53
Wohnort: Senne

Re: Winterfahren

Beitrag von SollteBremsen »

Nicht verunsichern lassen Jack, du bist der Gute !
Wenn ich so das Verkehrschaos im ostwestfälischen Hochschnee der letzten Tage Revue passieren lasse, hätte ich mich im Nachhinein gefreut wenn mehr Leute mit dem Moped unterwegs gewesen wären. Gerne auch schlitternd und mit den Füßen unten.
Klarer Vorteil wäre gewesen, daß keine Autos quer stehen und die Strassen blockieren.
Das Ziel ist im Weg

SC71

Re: Winterfahren

Beitrag von SC71 »

Jack hat geschrieben:
Fr 19. Feb 2021, 11:50
Vor nicht allzu langer Zeit war es übrigens hier in der DDR üblich mit dem Motorrad auch winters zu fahren.
Neulich, vor nicht langer Zeit, damals vor vierzig Jahren!

Im Vergleich zum Universum ist das wahrhaft vor nicht langer Zeit.
🙈🙈🙈🙈

SC71

Re: Winterfahren

Beitrag von SC71 »

FED hat geschrieben:
Fr 19. Feb 2021, 11:56
Jack hat geschrieben:
Fr 19. Feb 2021, 09:36

1.
Bei richtiger Glätte kann das Möp jederzeit unkontrolliert ausbrechen, bis ich dann mit den Füßen unten bin, liege ich auf der Gusche...

2.
...auf Eis und rutschigen Schnee kann es dir jederzeit unkontrolliert das Rad wegziehen...

3.
..Zb überfrorene Spurrillen mit Neuschnee darüber, da kannst du noch so erfahren sein, das siehst du nicht!..
Drei gute Argumente nicht mit dem 2Rad unterwegs zu sein. Und vielleicht doch mal auf 4Räder umzusteigen?
Damit tust deiner Gesundheit und auch den restlichen Verkehrsteilnehmern mit Sicherheit einen Gefallen.

PS: die Redewendung vor nicht all zu langer Zeit hier in der DDR ist sehr amüsant😂 Herzlichen willkommen im hier und jetzt😂
Auch sehr tückisch, die nicht sichtbare verschneite Kante im Kreisverkehr (schon lag ich da, hatte aber die Füsse auf der Fussraste, bei ner Enduro eh egal, zu hoch)

Ihr seid alles ganz grosse Experten..... Mit dem Mund.

Andrais
Beiträge: 672
Registriert: Mo 26. Jul 2010, 09:54
Fahrzeuge: Honda SH 300, Enfield Diesel 440, Guzzi Cali II, Honda DAX 50, NSU Quickly N, Vespa PX 150
Wohnort: 36110 Schlitz
Alter: 49

Re: Winterfahren

Beitrag von Andrais »

Jack hat geschrieben:
Fr 19. Feb 2021, 11:50
Vor nicht allzu langer Zeit war es übrigens hier in der DDR üblich mit dem Motorrad auch winters zu fahren.
Die Mopeds waren ja auch prädestiniert dafür:

- geschlossener Kettenkasten
- MZ oft als Gespann
- alle mit Kickstarter = keine schwächelnde Batterie
- hohe Sortimentstiefe = überall preiswerte Ersatzteile

Ich weiß allerdings nicht, ob Heidenau(Pneumant) damals schon so gute Winterreifen im Programm hatten.
Aber Blockprofil war auf jeden Fall üblich.

Harri
Beiträge: 3325
Registriert: Fr 18. Nov 2016, 22:05
Fahrzeuge: blaue Innoven, eine rote Wave

Re: Winterfahren

Beitrag von Harri »

Andrais hat geschrieben:
Fr 19. Feb 2021, 13:11
Vor nicht allzu langer Zeit war es übrigens hier in der DDR üblich mit dem Motorrad auch winters zu fahren.
...

Irgendwie wächst da eine neue Generation ran, die das vorige nicht erlebt haben und die Generation, die es noch erlebt hat, hat alles wieder vergessen. Ich sehe das ein bisschen anders. Es gab einfach nichts anderes, weil das Alltagsübliche durch die Mangelwirtschaft in der DDR geprägt war.

Der Anbau des Kettenkasten, der nur aus Gummischläuchen nicht unbedingt bester Qualtät bestand (gut, hat funktioniert) hatte einen ganz einfachen Sinn. Es bestand in der DDR wie bei vielen anderen Sachen auch, ein "Kettennotstand/versorgungsmangel / Qualitätsproblem", der sich am besten mit dem für uns heute unvorstellbaren offiziellen Inspektionstandard beschreiben läßt. Bis 9 geplatzte Rollen, wurden zB eine Kette noch nicht als wechselwürdig angesehen, wenn die geplatzten Rollen nicht direkt nebeneinander waren. Zu den überall preiswerten Ersatzteilen sage ich mal, daß ich auch das anders empfunden habe. Ich bin grenznah groß geworden und konnte im kleinen Grenzverkehr mit einem pro Quartal zu beantragenden Visum bis zu 9 mal "rüber". Ich habe mich, bevor ich das wußte wieso, immer gewundert, wieso ich zB gerade Ketten, oder für MZ passende Kugellager mitbringen sollte. Genauso habe ich mich gewundert, daß nach einem Unfall, jemand alle, auch kleinste Bruchteile seines schrottreifen Kotflügels sofort, bevor da jemand drüberfuhr, eingesammelt hat. Ich dachte ja, daß das ein ganz Ordnung liebender Mensch wäre. Als ich das dann später begeistert erzählt habe, wurde ich ausgelacht und mir wurde dann gesagt, daß es derzeit keine rechten Kotflügel gäbe. Es war dann absolut selbstverständlich, daß die Reste wieder "zusammengeklebt" wurden.
Das Gespannfahren muß man genauso nicht versuchen zu verherrlichen und nur damit nicht ein anderer Eindruck erweckt wird. Gespanne wurden nicht unbedingt freiwillig oder gerne gerne gefahren, schon eine "Pappe" war ein Statussymbol. Wenn man mit 18 einen Trabant haben wollte, wurde er von den Eltern praktisch zur Geburt bestellt. Die DDR war mit der Entwicklung einfach 30 Jahre hinterher. In der Zeit, als im Westen auch Mopeds von normalen über 18 jährigen gefahren wurden, hatten auch die Kreidler Floretts als Kleinraftrad bei den Eiertankmodellen noch einen Blechkettenkasten und später bis zum Schluß Plastikkettenkästen, genauso wie auch bei den Combinetten noch lange einen Blechkettenkasten gab.
Selbst das Blockprofil der üblichen Bereifung war mal einfach ausschließlich auf Haltbarkeit ausgelegt. Wenn 20 m hinter Dir ein Regentropfen zu ahnen war, sind solche Reifen aus heutiger Sicht unfahrbar. Das hat es im Westen aber auch gegeben und hier hatte der Beginn der neuen Reifen Generation mit dem Metzler Block/Rille begonnen. Damals ein legendärer Meilenstein (aus heutiger Sicht unfahrbar).

Ich will jetzt auch die Leistungen derer die in der DDR eingesperrt waren, nicht nur schlecht machen, es gab Sachen die vorbildlich waren. Nur man sollte nicht immer versuchen alles blind zu beschönigen. Mein größter Respekt gilt übrigens auch heute noch denen, die damals mit handwerklichem Geschick/Können, quasi aus Mist fahrfähiges Kram zur Verfügung stellen konnten und auch am Laufen hielten.
25.2 , strahlender Sonnenschein 23 ° in der Sonne, leider zwar wenig, aber immer noch Salz auf der Strasse ->WW (Wave Wetter)

Jack
Beiträge: 140
Registriert: Di 15. Dez 2020, 11:21

Re: Winterfahren

Beitrag von Jack »

Ich kann dem im Groben zustimmen.
Das war eben Normalität damals. Das sollte auch nichts beschönigen, aber es ging eben auch. Wir hatten damals auch keine Gasheizung sondern nur Kohle. Im Winter wurden dann nur bestimmte Räume geheizt. Im Schlafzimmer zb nie, da waren die Eisfiguren an den Fenstern und die Tapeten haben geglitzert.
Mein Vater kaufte sich damals einen Skoda S100, paar Jahre alt, musste erstmal komplett revidiert werden. Auch bei den MZ war es üblich diese 1x jährlich komplett zu revidieren. Man hatte alles da. Das war vielleicht nicht zwingend notwendig, aber wenn das dein einziges Fortbewegungsmittel ist, machst du das. Über Gespanne war man schon dankbar in der frühen DDR, man bekam im Groben seine Familie transportiert, weil die Wenigsten Autos hatten.
Die DDR ist noch nicht so lange her, aber der Reichtum lässt schnell vergessen.

Brett-Pitt
Beiträge: 5745
Registriert: Fr 16. Mai 2014, 16:24
Fahrzeuge: Suzi Addrett, Kymco Nexxon, Moto Morini

Re: Winterfahren

Beitrag von Brett-Pitt »

Ach ja, die gute alte Ostalgie.

Auf der Tour zum Wintertreffen Augustusburg (Jan. 1990)
wurde mir zum Aufwärmen bei Freunden in Altenburg eine
warme Wanne angeboten. Gesagt, getan.
Braunkohle in den Badofen, anheizen, und nur 60 Minuten
später gab es heisses Wasser.

Das in der Zwischenzeit gezischte Bier kam ausm Keller, und
musste auch erst erwärmt werden. Der Thüringer trinkt ja sein
Bier warm, war(u)m-auch-immer. Ich kippe kalt. 8 Grad? Perfekt!

Einige Sachen waren gut, aus der Not geboren.
Der Rest war halt Sozialismus mit Schießbefehl.

Weitererinnern,

Downsize-Pit
(Mitm Trabbi sogar länger unterwegs als mit der RE Bullshit)
Den jährlichen Flug über den Indik (13 to. CO2) kann man weder
mit Eigenstrom-Auto noch mit Nullenergie-Haus kompensieren !!!

Benutzeravatar
SollteBremsen
Beiträge: 728
Registriert: Mi 15. Jan 2020, 22:53
Wohnort: Senne

Re: Winterfahren

Beitrag von SollteBremsen »

Gut waren die Mopeds, die Frauen und FKK
Schlecht ist, das die Frauen von damals immer noch FKK gut finden.
So gesehen vor 2 Jahren am FKK Strand Rügen ..ein Horrorkabinett !
Das Ziel ist im Weg

Benutzeravatar
Mister L
Beiträge: 1184
Registriert: Do 18. Jul 2019, 17:32
Fahrzeuge: C 125A

Re: Winterfahren

Beitrag von Mister L »

Heute morgen war wohl der mitunter glatteste Tag des Winters. Okay, vielleicht bis auf den 08.02..
Jedenfalls wurde heute kein Feuchtsalz auf die meisten Straßen gekippt, es gab aber lokal Bodenfrost und ich war heute früh mit Motorrad doch an zwei richtig glatten Stellen unterwegs.

Ich packe mein Bein raus und checke mit der Sohle gern den Grip und das war da nicht ohne...
Bild
Verbiegen ist was für plastisch verformbare Körper.

Benutzeravatar
guri
Beiträge: 899
Registriert: Mo 14. Mai 2012, 21:05
Wohnort: Hamburg
Alter: 73

Re: Winterfahren

Beitrag von guri »

...wenn nicht Glatteis - dann evtl. der Rest vom Sand?
IG

Guri
Baujahr '48

ANF-125i(Schneewittchen)
SH 300i(Rosenrot)
Space Star - mein 4. Mitsubishi

Antworten

Zurück zu „Talk zur C125“